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Das Ungeheuer ist zurück

Von Marek Lantz
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Letzte Hoffnung des HSV: Horst Hrubesch

»Wir müssen frei sein in der Birne«, forderte Daniel Thioune noch vor Wochenfrist. Seit gestern gilt das nun zumindest für ihn selbst. Denn die Ulknudel des bundesdeutschen Profikickerwesens, auch bekannt als Hamburger SV, feuerte ihren bisherigen Coach, somit ist Thioune jetzt freigesetzt. Ursache des Ganzen: Auch im dritten Jahr in Folge entgleitet dem hanseatischen Nobelklub das Ziel Bundesligarückkehr auf den letzten Metern der Saison. Fünf sieglose Auftritte legte der HSV zuletzt hin, quälte sich am Wochenende zu einem 1:1 gegen den Karlsruher SC, rutschte in der Zwischenzeit auf den dritten Platz ab und droht vom jahrzehntelang stets nur mitleidig belächelten Nordrivalen Holstein Kiel überholt zu werden, der quarantänebedingt noch mit drei Spielen im Rückstand ist.

Richten soll es nun beim HSV einer, der als aktiver Kicker wohl wie kein zweiter den Kopf für seinen Verein hingehalten hat: Horst Hrubesch. Zwei Wochen nach seinem 70. Geburtstag ließ sich das ewige Kopfballungeheuer überreden, noch einmal auf die Bank zurückzukehren. Seine Trainerlaufbahn hat der passionierte Angler größtenteils beim DFB verbracht, wo er über fast 20 Jahre wechselnde Juniorenteams coachte. Anfangs wegen seines sprachlich ungelenken Auftretens bei Pressekonferenzen noch belächelt, wuchs Hrubesch jedoch im Lauf der Jahre in die für ihn geradezu maßgeschneiderte Rolle des väterlichen Kumpeltyps hinein, der mit eher simpler und kerniger Ansprache durchaus seine Schutzbefohlenen erreicht. Beim HSV startete er gestern ganz in diesem Geiste: »Diese Geschichte heißt nicht ›ich‹, sondern ›wir‹. Wir müssen alles daran setzen, den Mist, den wir verbockt haben, wieder geradezurücken.« In der eigenen Hand hat man es jedoch bei nur noch drei ausstehenden Spieltagen nicht.

Im Gegensatz zu Dynamo Dresden, das eine Etage tiefer im einzigen Spiel des ersten Maiwochenendes zu einem 2:0-Sieg beim KFC Uerdingen kam und damit wieder die Tabellenführung übernahm. Panagiotis Vlachodimos und Heinz Mörschel trafen. Bei Dynamo scheint sich somit der Trainerwechsel spät in der Saison – Alexander Schmidt ersetzte erst am letzten Dienstag Markus Kau­czinski – auszuzahlen. Zwei Siege stehen schon für Schmidt zu Buche. »Wenn wir denken, alles ist top, wäre das der erste Rückschritt. Perfekt ist noch nichts«, warnt dieser jedoch mit Blick auf die Situation an der Tabellenspitze, wo das Führungsquartett aus Dynamo (65), Hansa Rostock (65), dem FC Ingolstadt (63) und dem TSV 1860 München (61) nur vier Punkte trennen. Schon heute abend geht es für die Dresdner beim SC Verl weiter. Zeitgleich empfängt Hansa im Spitzenspiel die Ingolstädter.

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