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Aus: Ausgabe vom 03.05.2021, Seite 5 / Inland
Tarif zweiter Klasse

Gleiches Geld für gleiche Arbeit

IG Metall streikt in Ostdeutschland für Lohnangleichung auf Westniveau
Von Bernd Müller
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Lässt nicht locker, kämpft weiter gegen die Ost-West-Lohnlücke: IG-Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze (Ludwigsfelde, 1.3.2021)

Die IG Metall (IGM) beendet die Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie. Am Donnerstag abend beschloss der Vorstand der Gewerkschaft, die Verhandlungsergebnisse in allen Tarifgebieten anzunehmen – mit einer Ausnahme: Im IGM-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen geht der Arbeitskampf vorerst weiter.

IG-Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze zeigte sich enttäuscht von der Kapitalseite. Deren Interessenverbände, VME in Berlin-Brandenburg und VSME in Sachsen, signalisierten außerhalb der Tarifrunde, dass sie reden wollten; komme es dann aber zu Verhandlungen, zeigten sie sich nicht bereit, »mit uns im materiellen Bereich einen Schritt in Richtung Angleichung zu gehen«.

Es geht nach wie vor um die Forderung, dass 30 Jahre nach dem Anschluss der DDR die Beschäftigten in Ost und West gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen sollten. Denn in den »neuen« Bundesländern müssen die Beschäftigten drei Stunden in der Woche länger arbeiten, um auf das gleiche Gehalt zu kommen. Berechnet auf den Stundensatz liegt der Unterschied bei 8,5 Prozent, so die IG Metall in einer Erklärung.

Am Donnerstag erklärte der IGM-Vorsitzende Jörg Hofmann bei einer Streikaktion vor dem Mercedes-Werk in Ludwigsfelde, es sei nicht länger hinnehmbar, dass nach mehr als drei Jahrzehnten im Osten »länger geschuftet wird als im Westen«. Weit mehr als 50.000 Beschäftigte der Metallbranche hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft seit dem 20. April an den Warnstreiks beteiligt. Die Belegschaften hätten damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie nicht länger hinnehmen wollen, Jahr für Jahr vertröstet zu werden.

Am Mittwoch wollen sich beide Seiten wieder an einen Tisch setzen. Für Montag hat die IGM erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Stärkere Maßnahmen sind indes nicht zu erwarten: »Wenn wir keine Flächenlösung beim tariflichen Angleichungsgeld erreichen, werden wir diesbezüglich mit möglichst vielen Unternehmen betriebliche Lösungen finden«, erklärte IGM-Bezirksleiterin Dietze.

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