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Aus: Ausgabe vom 30.04.2021, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Maibowle

Von Maxi Wunder

»Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.«

(Heinrich Heine, Buch der Lieder, 1827)

Sehnsuchtsvolles Verlangen kann – das weiß der leidgeprüfte Kenner nicht erst seit Heine – abschlägig beschieden werden. In diesem Mai aber droht sogar dem stattgegebenen Verlangen das jähe Aus: Fussel in Mund und Luftröhre beim Zungenkuss mit Maske führen zu Husten- und Erstickungsanfällen, die wenig Romantik aufkommen lassen. Regelmäßiges Trinken schafft Abhilfe:

Maibowle

Zitronenscheiben einfrieren. Zwei EL braunen Zucker und eine Packung Vanillinzucker in einem halben Liter trockenen Weißwein auflösen. Fünf Stengel selbst gepflückten oder im Gartencenter gekauften Waldmeister (er darf noch nicht blühen!) welken lassen und zusammen mit einem Stengel Zitronenmelisse und einem Stengel Minze kopfüber für mindestens 30 Minuten, maximal 45 Minuten in den Wein hängen. Die Schnittstellen der Pflanzen dürfen nicht eintauchen. Den so »parfümierten« Wein im Kühlschrank herunterkühlen und kurz vor dem Servieren mit einem viertel Liter kalten, trockenen Sekt auffüllen. Die Bowle in geräumige Kelche füllen und jeweils eine gefrorene Zitronenscheibe darin schwimmen lassen.

Die alkoholfreie Variante: Hierfür den Saft von zwei kleinen Zitronen mit 150 ml Waldmeistersirup, 600 ml Apfelsaft und 400 ml Mineralwasser mischen und kaltstellen. Evtl. mit Eiswürfeln servieren. Maske unten lassen und weiterküssen.

Gegen Husten hilft übrigens auch Thymian. Thymianfladenbrot (vegan):

Ein Bund Thymian rupfen. 300 g Mehl, 150 ml Wasser, 2 TL Salz und den Thymian in einer Schüssel vermengen und zu einem glatten Teig kneten. Diesen in Klarsichtfolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Danach den Teig zu einer Wurst rollen und 12 gleich große Stücke daraus schneiden. Jeweils mit einem Nudelholz ausrollen und in einer Pfanne ohne Fett auf hoher Temperatur ca. eine Minute pro Seite braten.

Dazu Guacamoledipp: Zwei Avocado schälen, Avocadofruchtfleisch von Steinen lösen und in einer Mixschale zerdrücken, Steine aufheben. Eine Zwiebel in kleine Würfel schneiden und zusammen mit zwei geschälten und gepressten Knoblauchzehen untermischen. Das Ganze mit dem Saft einer Limone, einer fein gehackten Jalapeno (grüne Chilischote), etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren. Vier Blätter Basilikum fein hacken und mit einem Becher saurer Sahne unter das Avocadopüree mischen.

Aus Liebe wird »Hass«:

Zum Züchten von pflanzlichem Nachwuchs der Guacamole die gut gereinigten Steine der Avocado, vorzugsweise der mexikanischen Sorte »Hass«, mit der breiten Seite so in zwei Töpfe mit Sand und Blumenerde drücken, dass noch ein Drittel bis die Hälfte von ihnen rausguckt. Einen warmen, hellen, aber nicht permanenter Sonne ausgesetzten Standort wählen. Die Steine regelmäßig gießen, die Erde feucht halten. Nach einigen Wochen gibt’s jeweils ein Pflänzchen, die ersten Früchte nach frühestens zehn Jahren, Bestäubung vorausgesetzt.

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