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Aus: Ausgabe vom 22.04.2021, Seite 12 / Thema
Südkaukasus

An der Südflanke Russlands

Gegen georgische Zudringlichkeiten kämpft Abchasien um Eigenständigkeit. Zur Lage im Südkaukasus (Teil 1)
Von Harald Projanski
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Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eskalierte der Konflikt zwischen Abchasien und Georgien und mündete im Krieg (Abchasische Soldaten überqueren im September 1993 den Fluss Gumista)

Der Raum südlich des Kaukasusgebirges, eine Landbrücke zwischen Europa und Asien, zog Großmächte immer wieder geradezu magisch an. Griechen, Römer und Osmanen hatten ihren Herrschaftsraum bis dorthin ausgedehnt. Der deutsche Imperialismus griff zweimal nach dem Südkaukasus. Einmal, 1918, beim Einmarsch nach Georgien zur Unterstützung eines menschewistischen, im Kern nationalistischen Regimes. Und im Spätsommer 1942 drang Hitlers Heeresgruppe Süd in den Kaukasus vor. Monatelang okkupierte die Wehrmacht Ende 1942 große Teile des Nordkaukasus. Südlich des Kaukasuskamms gelang es ihr nur für wenige Wochen, das Bergdorf Psou in Abchasien zu besetzen. Dann wurden die Hitlertruppen auch dort von der Roten Armee vertrieben.

»Mächte, die sich an Abchasien vergriffen, gingen daraufhin unter«, schlussfolgert der Sekretär des Sicherheitsrates der Republik Abchasien, Sergej Schamba. Der Politiker, Historiker und Archäologe vertrat die Republik Abchasien als Außenminister in den Jahren 1997 bis 2010. Danach war er von 2010 bis 2011 Premierminister. Schamba ist seit mehr als drei Jahrzehnten einer der führenden Köpfe der abchasischen Unabhängigkeitsbewegung. Seine Eigenständigkeit hat das Land in einem Krieg gegen eine georgische Intervention in den Jahren 1992 und 1993 unter großen Opfern erkämpft, gestützt auf eine Volksarmee und Partisaneneinheiten.

Eigenen Weg gegangen

Zu dem Krieg kam es durch den Zerfall der Sowjetunion. Die Abchasen wollten in der multinationalen Sowjetunion bleiben, der sie als autonome Republik im Bestand der Georgischen Sowjetrepublik angehörten. Die Georgier aber, in Abchasien gegen Ende der Sowjetära eine starke Minderheit von rund 45 Prozent der Bevölkerung, waren nahezu ausnahmslos für einen georgischen Nationalstaat. Abchasien schloss sich dem neuen georgischen Staat nicht an. Unter seinem 1990 gewählten Präsidenten Wladislaw Ardsinba, einem promovierten Historiker, ging es einen eigenen Weg. Auf die Unterstützung des russischen Staates, der damals von Boris Jelzin geführt wurde, konnte Abchasien nicht zählen.

Die damalige russische Führung und ihr Außenminister Andrej Kosyrew unterstützten den Gebietsanspruch Georgiens auf Abchasien. Nur die linke und »patriotische« Opposition und nordkaukasische Völker waren mit den Abchasen solidarisch. Kosyrew, der bis zu seinem Rücktritt 1996 als eine Art US-amerikanischer Einflussagent agierte, lebt inzwischen in Florida. Der Kosyrew-Kurs ermunterte die georgische Führung zu einem aggressiven Vorgehen gegen die Abchasen.

Um die Kontrolle über Abchasien zu gewinnen, ließ der vom früheren sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse geführte und durch einen Putsch an die Macht gekommene »Geor­gische Staatsrat« am 14. August 1992 Truppen nach Abchasien einmarschieren. Ein Schock für die Abchasen. Der Staatsrat Georgiens bestand aus einer Koalition aus gewendeten früheren Sowjetfunktionären und organisierten Kriminellen. Die georgische Intervention auf die Republik Abchasien glich einem großangelegten Raubüberfall. Georgische »Gardisten« beraubten und vertrieben massenhaft Abchasen, auch aus der Landeshauptstadt Suchum. Auf Lastwagen transportierten sie das Raubgut nach Georgien ab.

Als fatal erwies sich, dass ein großer Teil der in Abchasien lebenden Georgier den Truppeneinmarsch begrüßte. Das verschärfte die Spannungen zwischen Abchasen und Georgiern. So eskalierte der politische Kampf zweier Staaten auch zu einem ethnischen Konflikt, in dem nur sehr wenige Georgier, meist aus gemischten Familien, die Abchasen unterstützten. Präsident Ardsinba bildete ein Staatskomitee für Verteidigung und rief die Bevölkerung »zur Abwehr der Aggression Georgiens« auf. Georgische Truppen besetzten einen Großteil Abchasiens, auch Suchum.

Abchasische Partisaneneinheiten nahmen Anfang Oktober 1992 überraschend die Küstenstadt Gagra ein, die bis dahin mehrheitlich von Georgiern bewohnt worden war. Dabei kam es zu schwerer Gewalt gegen georgische Zivilisten und zu Plünderungen. Ardsinba verurteilte die Übergriffe. Er erklärte: »Das abchasische Volk befindet sich nicht im Kriegszustand mit dem georgischen Volk.«

Doch je länger der Krieg dauerte, desto schwieriger war es, diese Linie praktisch umzusetzen. Als die abchasischen Truppen den Krieg gewonnen hatten und am 30. September 1993 die georgischen Truppen über den Inguri-Fluss nach Georgien zurückgetrieben hatten, war der Großteil der georgischen Bevölkerung Abchasiens geflüchtet, insgesamt etwa 250.000 Menschen. Die Flucht war »eine gewaltige menschliche Tragödie«, so der abchasische Schriftsteller und Journalist Witali Scharia in seinem Buch »Abchasische Tragödie«. Dieser georgische Exodus erschwert bis heute die diplomatische Anerkennung, wie auch den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Republik. Noch immer ist das Land von Ruinen übersät, nach einem Krieg, der mehrere tausend Menschen das Leben kostete.

Vereinigungswunsch gebremst

Abchasien, gelegen am Ostufer des Schwarzen Meeres, ist nur halb so groß wie Schleswig-Holstein. Das Land hat nach offiziellen Angaben 243.000 Einwohner. Dass es der lange isolierten Republik im August 2008 gelang, Russland zur Anerkennung ihres Staates zu bewegen, war Ergebnis einer langfristig angelegten Strategie der abchasischen Führung. Abchasien empfahl sich als Verbündeter an der empfindlichen Südflanke Russlands, an der Grenze zur Großstadt Sotschi mit seiner Präsidentenresidenz.

Dass Russland sich nach langem Zögern zur Anerkennung entschloss, war vor allem die Folge einer schleichenden Intervention der USA in Georgien. Im August 2008 hatte Georgien unter seinem damaligen Präsidenten Micheil Saakaschwili die mit Abchasien befreundete Republik Südossetien und dort stationierte russische Friedenstruppen mit Artillerie und Panzern angegriffen. Zuvor hatte die US-Armee georgische Soldaten für Angriffsoperationen ausgebildet. Russland half den Südosseten in einem Fünftagekrieg, die Aggressoren zurückzuschlagen.

Die Republik Südossetien, etwas größer als das Saarland, hat offiziell 53.000 Bürger. Südossetien unterscheidet sich von Abchasien in einem wesentlichen Punkt. Die Südosseten würden sich gern per Referendum mit der auf dem Gebiet Russlands gelegenen Teilrepublik Nordossetien vereinen. Die russische Führung bremst den Vereinigungswunsch, um Annexionsvorwürfe zu vermeiden.

Störende Republiken

Abchasen hingegen reagieren sensibel, wenn russische Politiker, auch aus der russischen Linken, davon tönen, Abchasien solle Russland beitreten. Die nationale Unabhängigkeit ist für die Abchasen ein hoher Wert. Und der steht unter keinen Umständen zur Diskussion. Die Abchasen haben es mit Bedacht vermieden, das politische System des verbündeten Russland zu kopieren.

Hinter Saakaschwilis Überfall auf Südossetien im August 2008 standen die USA. Deren Ambitionen sind unverändert. Die US-Strategie zielt darauf, den Südkaukasus durch gefügige Regime zu kontrollieren. Dabei stören die beiden mit Russland verbündeten Republiken Abchasien und Südossetien, die nach westlicher Auffassung auf dem Gebiet Georgiens liegen. US-Strategen würden die beiden Republiken gern zerschlagen. Doch die Stärke Russlands hindert sie daran.

Das Dilemma der USA im Südkaukasus drückte Joseph Biden als US-Vizepräsident am 23. Juli 2009 in einer Rede vor dem georgischen Parlament aus. Er sagte dort, es sei »eine traurige Gewissheit, aber es ist wahr, dass es keine militärische Option zur Reintegration gibt«. Mit »Reintegration« meint Biden die Annexion der Republiken Abchasien und Südossetien durch Georgien.

Durch dauerhaften politischen und militärischen Druck versuchen die USA und die NATO seither, Abchasien und Südossetien zu zermürben. Das NATO-Manöver »Sea Breeze 2020« im Juli 2020 im Schwarzen Meer, an dem auch Georgien teilnahm, war eine unverhohlene Drohung. Kurz darauf folgte im September das Manöver »Noble Partner 2020«. An der Übung waren eine US-Luftlandeeinheit und amerikanische Kriegsschiffe beteiligt.

Dass die NATO das Säbelrasseln zur See im Schwarzen Meer fortsetzt, zeigt eine synchrone NATO-Übung in der Ostsee und im Schwarzen Meer im März, an der Frankreich, Spanien, Italien und die Türkei teilnahmen. Und dass auch dieses Manöver nur ein Vorspiel ist, machte der Befehlshaber des Europa- und Afrika-Kommandos der US-Armee, General Christopher Cavoli, im Februar in seinem Stab in Wiesbaden deutlich. Cavoli kündigte eine große NATO-Übung im Schwarzen Meer an, »zwischen spätem Frühling und Frühsommer«.

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Abchasien ist an friedlichen und gutnachbarlichen Beziehungen zu Georgien interessiert. Die abchasische Führung schlägt seit Jahren den Abschluss eines Gewaltverzichtsabkommens zwischen beiden Staaten vor. Doch dafür finden die Abchasen auf der georgischen Seite kein Gehör.

Die NATO setzt auf einen Nervenkrieg mit wiederholten Forderungen nach Abzug der russischen Truppen aus der Republik Abchasien. Diese sind dort auf der Grundlage von zwischenstaatlichen Abkommen stationiert. Die russische Präsenz schützt die Bevölkerung Abchasiens und Südossetiens verlässlich vor militärischen Überraschungen aus Georgien.

Mit Venezuela befreundet

Abchasien und Südossetien sind zu Frontstaaten gegen die globale Strategie des US-Imperialismus geworden, ähnlich wie Venezuela und Nicaragua. Mit beiden Ländern unterhalten Abchasien und Südossetien enge und freundschaftliche Beziehungen. Im nationalhistorischen Museum Abchasiens in der Hauptstadt Suchum ist eine Mütze von Hugo Chávez zu sehen, ein Geschenk Venezuelas und ein Symbol für internationale Solidarität.

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas arbeitet eine Botschaft Abchasiens. Ein Abkommen zwischen dem abchasischen staatlichen Fernsehen und der venezolanischen Fernsehgesellschaft Telesur – geschlossen 2017 – gibt Abchasien die Möglichkeit, in Lateinamerika die US-Informationsblockade zu durchbrechen. Das Ziel, so Mitarbeiter des abchasischen Außenministeriums, besteht darin, weitere Staaten Südamerikas zur Anerkennung Abchasiens zu motivieren. Zwar gibt es in der pluralistischen politischen Landschaft der Republik Abchasien derzeit keine organisierten linken politischen Kräfte von Gewicht. Doch der Antiimperialismus ist im Alltag spürbar und zum festen Grundelement der politischen Kultur des Landes geworden.

Anerkannt ist Abchasien auch von Syrien, in dessen Hauptstadt Damaskus der abchasische Außenminister Daur Kove im Oktober 2020 eine Botschaft eröffnet hat. Der 42jährige Jurist führt ein junges Team aus etwa 50 Mitarbeitern mit einem Durchschnittsalter von Mitte dreißig. Kove wird auch vom russischen Außenminister Sergej Lawrow als Gesprächspartner geschätzt. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Abchasien, auch wenn es Russland als »strategischen Partner« begreift, seine Außenpolitik selbstständig festlegt, vor allem mit einem Blick nach Süden, zur Türkei und nach Syrien. Die Anerkennung Abchasiens durch Syrien war ein schwerer Schlag für die georgische Führung, die versucht, Abchasiens Staatlichkeit zu leugnen.

Vom Zar vertrieben

In Syrien lebt eine beträchtliche abchasische Volksgruppe, um deren Rückkehr sich die Republik Abchasien bemüht. Eine aktive abchasische Diaspora, Folge der Vertreibung Zehntausender Abchasen durch das zaristische Regime im 19. Jahrhundert, gibt es auch in der Türkei. Dort kann Abchasien auf zahlreiche Landsleute in vielen gesellschaftlichen Bereichen zählen.

»Machadschirstwo« heißt im Abchasischen der Exodus Zehntausender Abchasen nach einem von Zaren-Truppen niedergeschlagenen Aufstand. Der Begriff stammt aus dem Arabischen und beschreibt eine Vertreibung von Muslimen. Die Vertriebenen aus Abchasien wurden ins Osmanische Reich umgesiedelt. Im 19. Jahrhundert war die Mehrheit der Abchasen muslimisch gewesen. Die verbliebene Bevölkerung nahm überwiegend den orthodoxen christliche Glauben an. Das war eine gezielte russische Politik, um geistige Gemeinsamkeit mit den Russen zu stiften.

In der russischen Revolution unterstützte ein großer Teil der Abchasen mit eigenen Truppen die Bolschewiki. Lenin, in dessen Arbeitszimmer im Kreml eine große Karte des Kaukasus hing, analysierte präzise nationale Konflikte in der Region. Und er ließ die Lage im Kaukasus untersuchen, auch durch den erfahrenen Bolschewiken und Literaturwissenschaftler Nikolai Meschtscherjakow. Nach Studien in Georgien veröffentlichte er 1921 eine Broschüre über das Regime in Georgien mit den ironischen Titel »Im menschewistischen Paradies«. Darin analysierte der kluge Kommunist die aggressive Politik des georgischen Nationalismus und bemerkte, in Abchasien entwickele sich dagegen »ein starker nationaler Kampf«.

Die Schlussfolgerung, die zur Linie der Kommunistischen Partei Russlands wurde: Abchasien bekam 1921 den Status einer eigenen Sowjetrepublik. Dabei hatten viele junge Kämpfer der abchasischen Landjugend, die Mitglieder der Partei wurden, eher verschwommene Vorstellungen vom Bolschewismus. Eines aber war ihnen völlig klar: Lenins Partei und Staat boten ihnen Schutz gegen georgische Nationalisten.

»Solange die Sowjetmacht besteht«

Der abchasische Schriftsteller Fasil Iskander hat in seinen Erzählungen »Sandro von Tschegem« jene revolutionäre Zeit im Kaukasus detailliert und mit feiner Ironie beschrieben. Darin skizziert er auch den legendären Leiter der Kommunistischen Partei in Abchasien, Nestor Lakoba, der 1922 sagte: »Niemand kann den Arbeitenden Abchasiens die Unabhängigkeit wegnehmen, solange die Sowjetmacht besteht.«

Doch diese klare Leninsche Linie der sowjetischen Politik gegenüber Abchasien wurde in den dreißiger Jahren revidiert. Geduldet von Josef Stalin, gelang es der georgischen Elite, sich der sowjetischen Führung als Ordnungsfaktor im Südkaukasus zu empfehlen. Unter Stalin wurde Abchasiens Status 1931 auf den einer autonomen Republik innerhalb der Georgischen Sowjetrepublik reduziert. Die Folgen waren schwerwiegend.

Georgische Behörden benannten Ortsnamen um, etwa Suchum (so der russische Name, im abchasischen heißt die Stadt Aqwa) in Sochumi. Sie siedelten in großem Umfang Georgier in Abchasien an, um das Kräfteverhältnis in der autonomen Republik zuungunsten der Abchasen zu verändern. In den vierziger Jahren schaffte die Führung der Georgischen Sowjetrepublik den Schulunterricht auf Abchasisch ab. Die abchasische Sprache hat mit der georgischen keine Ähnlichkeit. Sie ermöglicht eine gegenüber Fremden abgeschottete Kommunikation. Georgische Bürokraten, offenkundig unter nationalistischem Einfluss, wollten die Abchasen durch Assimilation verschwinden lassen.

Daher wandten sich im Februar 1947 abchasische Wissenschaftler in einem mutigen Brief an das Zentralkomitee der KPdSU. Darin kritisierten sie, in Abchasien sei »eine Lage entstanden, die prinzipiell der nationalen Politik unserer bolschewistischen Partei widerspricht und sie verzerrt«. Stalin reagierte darauf nicht. Das Spannungsverhältnis der Abchasen zur georgischen Elite aber muss ihm bewusst gewesen sein. Denn er war jahrelang mit Lakoba befreundet, verbrachte gemeinsam mit ihm Urlaub in Abchasien.

Doch Lakoba, der von 1922 bis 1936 die Regierung des sowjetischen Abchasiens führte, wurde ein Opfer von Intrigen der georgischen Elite. Bei einem Abendessen mit dem späteren sowjetischen Geheimdienstchef Lawrenti Berija wurde Lakoba im Dezember 1936 vergiftet und starb. Auf seinen Tod folgten Terror und »Säuberungen« in Abchasien.

Nach Stalins Tod 1953 kam es in Abchasien immer wieder zu öffentlichen Protesten gegen die georgische Dominanz. Dabei traf georgischer Hochmut auf abchasischen Stolz. Aber es ging auch um Materielles. Einnahmen aus Abchasien, etwa aus dem Tourismus, wurden nach Tbilissi abgeführt, in die Hauptstadt der Georgischen Sowjetrepublik, wo sie in den Taschen einer korrupten Elite landeten. Das Zentralkomitee der KPdSU, dem die kaukasischen Klans mehr und mehr entglitten, bemühte sich dabei immer um Kompromisse.

Abchasische Aktivisten warfen georgischen Propagandisten 1989 vor, sie propagierten »kleinbürgerlichen Nationalismus«. Dass dies dazu führen würde, Georgien zum Vorposten der USA gegen Russland und Abchasien zu machen, war damals nicht zu sehen. Aber es war die logische Folge.

Harald Projanski ist Historiker und befasst sich mit der Geschichte und Gegenwart Russlands. Er lebt in Schwerin. Er schrieb an dieser Stelle zuletzt am 15. April 2021 über die aktuelle Situation im Donbass

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