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Aus: Ausgabe vom 19.04.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Analphabetismus in der BRD

DLF | 18.4., 7.05 Uhr
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Wer das nicht lesen kann, ist Opfer des bundesdeutschen Schulsystems

Wenn man ein Problem nicht lösen kann, dann benennt man es um. So auch beim Analphabetismus in der BRD. Unvorstellbar: Mehr als sechs Millionen Deutsche – Menschen mit Erstsprache deutsch, zumindest aber mit guter Sprechfähigkeit – können nicht lesen und schreiben. »Funktionaler Analphabetismus« hieß das mal. Nun, so die Germanistin Cordula Löffler, hat man einen weniger unfreundlichen Namen gefunden: »Gering literarisierte Erwachsene«. Das klingt undramatisch, wer ist schon ein Goethe, ein Thomas Mann, ein Dürrenmatt? Man kommt auch gut durchs Leben, ohne PEN-Mitglied zu sein. Doch »gering Literarisierte« sind in der Regel nicht fähig, wenigstens kurze Texte verständlich zu schreiben oder zu verstehen. Das aber ist essentiell, um durchs (Berufs-)Leben zu kommen. Diejenigen, die diese grundlegende Technik nicht erlernt haben, müssen schummeln und Ausreden erfinden. Ein Armutszeugnis für ein reiches Land – wohl noch drastisch verschärft durch das Systemversagen in der Coronapandemie. (sc)

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Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Ralf S. (18. April 2021 um 22:19 Uhr)
    In der Tat.

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