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Theorie des Riot

Von Rafik Will
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Rollenfestspiele oder Emanzipation? Demonstration anlässlich des G-20-Gipfels in Hamburg (6.7.2017)

Maulwürfe durchbuddeln in der Finsternis des Untergrunds die Erde, um leckere Regenwürmer zu finden und ihr Zuhause auszubauen. Die Sendung  »Maulwurf der Vernunft« (Di., 9 Uhr, FSK) durchwühlt linke Theorien, um sich auf die Suche nach dem »Versprechen des Kommunismus« zu begeben, wie es in der Märzausgabe des Transmitter heißt. Heute wird die »Theoretisierung des ­wRiots« thematisiert. »Haben Riots emanzipatorische Momente oder sind sie schlussendlich doch nur Teil der Rollenfestspiele und Ausdruck einer Linken in der Defensive?« Am Nachmittag gibt es auf der gleichen Welle eine Übernahme vom Internetsender »Refugee Radio Network/Migrantpolitan Radio« (Di., 17 Uhr, FSK).

Zum Thema Arbeit im Haushalt kommt von Sean O’Casey die Komödie »Das Ende vom Anfang« (Rundfunk der DDR 1983; Di., 20 Uhr, DLF), in der der Tausch traditioneller Rollenzuweisungen an der Unfähigkeit der Männer scheitert.

Einen neuen »ARD-Radiotatort« aus der Feder von Sabine Stein gibt es mit »Fischers Fritze« (NDR 2021; Ursendung Mi., 20 Uhr, Bayern 2, Wdh. 21 Uhr, HR2 Kultur u. a.), während am selben Abend Karsten Kretzer in seinem Feature »Des Menschen Wille ist sein Himmelreich – Patientenverfügungen« (MDR 2021; Mi., 22 Uhr, MDR Kultur) einen Menschen porträtiert, der es aus dem Locked-in-Syndrom herausgeschafft hat und froh ist, dass die lebenserhaltenden Maschinen zur Zeit seiner Krankheit nicht abgeschaltet wurden.

Der Protagonist von Philipp Löhles »Bombenteppich« (SWR 2018; Do., 22 Uhr, SWR 2) arbeitet als Ingenieur im Ausland, als er eines Nachts entführt wird. Jetzt heißt es für ihn: hoffen, dass die Bundesregierung vielleicht doch mit Terroristen verhandelt und er nicht gemeinsam mit seinen Geiselnehmern bombardiert wird.

Ein Stück, das an die Befreiung des KZ-Sachsenhausens durch die Rote Armee vor 76 Jahren erinnert und »die Linien aufzeigt, die von damals in einen hier und jetzt stattfindenden latenten oder offenkundigen Faschismus führen« legen Alfred Behrens und Studierende der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf mit »Tödliches Terrain« vor (Eigenproduktion in Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und dem RBB 2020/21; Ursendung Fr., 19 Uhr und Wdh. So., 14 Uhr, RBB Kultur).

Stefan Zednik berichtet in »Als würde das Herz explodieren« (WDR 2021; Sa., 12 Uhr und So., 15 Uhr, WDR 3) von seiner schweren Erkrankung an Covid-19. Einen Dystopieklassiker sendet Bayern 2 mit Jewgeni Iwanowitsch Samjatins »Wir« (SWF/RIAS/BR 1978; Sa., 15 Uhr, Bayern 2). Das »Corax Antifa Info« (Sa., 19 Uhr, FSK) berichtet über aktuellen Neonaziterror und den Widerstand dagegen. Einen Krimi mit überraschenden dramaturgischen Wendungen gibt es von Hermann Bohlen: »Der Home-Officer« (DLF Kultur 2020; Sa., 20 Uhr, SRF2 Kultur). Antje Meichsner beschäftigt sich im Hörspiel »Genauso bloß anders« (DLF 2021; Ursendung Sa., 20 Uhr, DLF) mit Punks in der DDR.

Bei »Tinya: High Pfeif!« (So., 18 Uhr, Corax) wird das weltweit erste Pfeifmuseum erdacht. Tod und Sterben werden auf einzigartige Weise im Hörspiel »Der sich langsam WIRKLICH etwas seltsam entwickelnde Kongress der Thanatologen (2013)« (NDR 2020; So., 18.30 Uhr, DLF Kultur) von Nis-Momme Stockmann und Les Trucs zum Thema.

Mithu Sanyal erinnert im Stück  »Gott ist tot, wirklich!« (WDR 2015; So., 19 Uhr, WDR 3 und Wdh. Mo., 23 Uhr, 1Live) daran, dass Auferstehungen ins Reich der Märchen gehören und Gabi Schaffner bringt in der Mockumentary »Otto Mötö« (HR 2012; So., 22 Uhr, HR2 Kultur) Motoren zum Klingen. Solidarität mit Gefangenen übt  »FARFALLA FM« (Mo., 19 Uhr, FSK).

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