1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Mai 2021, Nr. 111
Die junge Welt wird von 2519 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 13.04.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

»Schluss mit warmen Worten«

imago0114613129h.jpg
Statt Mensa und Hörsaals: Studienalltag in Coronazeiten zu Hause

Der studentische Dachverband FZS forderte am Montag mehr Beachtung der Hochschulen bei Coronamaßnahmen:

»Die Hochschulen sind nun seit über einem Jahr geschlossen, wenn auch Bibliotheken oder Mensen vereinzelt öffnen durften. Das ist im Rahmen der Coronaschutzmaßnahmen momentan auch richtig so«, findet Carlotta Kühnemann, Vorstandsmitglied im Freien Zusammenschluss von Student*innenschaften (FZS). »Hochschulen sind Orte der Wissenschaft, und deren Erkenntnisse verbieten nun mal aktuell Veranstaltungen mit mehreren Menschen in Präsenz abzuhalten. Problematisch ist jedoch, dass die Hochschulen in allen Plänen der Politik bislang schlichtweg vergessen wurden. Hierdurch fahren Hochschulbetriebe seit einem Jahr auf Sicht, ohne mittel- bis langfristige Handlungsperspektiven ableiten zu können. Es muss Schluss sein mit warmen Worten und braucht klare politische Vorgaben.«

»Viele Studierenden leiden aufgrund der Schließungen an starker Einsamkeit und Stress. Dies zeigt sich an der Überlastung der psychologischen Beratungsangebote für Studierende. Zudem kann das Lehrangebot in praktischen Fächern teilweise kaum sinnvoll umgesetzt werden«, erläutert Paul Klär, ebenfalls FZS-Vorstandsmitglied. »Die Lösung sehen wir aber nicht in der Öffnung der Hochschulen, wenn wir die Pandemie solidarisch und gesamtgesellschaftlich besiegen wollen. Beratungsangebote müssen ausgebaut und soziale Interaktionsräume geschaffen werden. Zudem gilt es, die Forderungen des Solidarsemesters, wie beispielsweise Freiversuchsregelungen und die BAföG-Verlängerungen, zur Milderung der Umstände beizubehalten. Dort, wo sich Präsenzlehre jedoch nicht vermeiden lässt, müssen seitens der Länder den Studierenden und Lehrenden zumindest Covidtests täglich kostenfrei bereitgestellt und entsprechende Schutzmaßnahmen veranlasst werden.«

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) plädierte am Montag dafür, das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr aufzulösen:

(…) In einer Sondersitzung befasste sich am Montag der Verteidigungsausschuss des Bundestags mit dem KSK. Geladen dazu war Brigadegeneral Markus Kreitmayr, Kommandeur des KSK. Er hatte in der Kaserne der Bundeswehr-Eliteeinheit im baden-württembergischen Calw eigenmächtig eine »Amnestiebox« aufgestellt, in der die Soldaten straffrei zuvor von ihnen gestohlene Munition abgeben konnten. Rund 50.000 Schuss und auch Handgranaten kamen dabei zusammen. Laut Bestandslisten fehlt aber noch immer viel gefährliches Diebesgut.

Vor dem Bundestag in Berlin haben daher heute Aktive der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), der Antimilitaristischen Aktion Berlin (AMAB) und der Informationsstelle Militarisierung (IMI) für die sofortige Auflösung des KSK demonstriert. (…) »Die regelmäßigen Naziskandale und bekannt gewordenen Vorfälle sexualisierter Gewalt beim KSK zeigen, was passiert, wenn man ein Killerkommando für Auslandseinsätze schafft«, so Boris Hansen von der Antimilitaristischen Aktion Berlin (AMAB). Luca Heyer von der IMI ergänzt: »Die Bundeswehr-Einheit wurde 1996 bewusst mit nur geringer Möglichkeit der parlamentarischen Kontrolle aufgestellt – die unzähligen Skandale seitdem zeigen, dass dieses Konzept fehlgeschlagen ist.«

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Ähnliche:

  • Demonstrantin von »Fridays for Future« mit Transparenten bei Pro...
    23.11.2019

    Klimastreik erfasst Unis

    Studierende rufen zu bundesweiter Aktionswoche an den Hochschulen auf. Hunderte Wissenschaftler bestärken sie. Rektorate stellen sich quer
  • Plakat an der Technischen Universität Berlin vom 14. Juni 2018
    20.09.2018

    Macht vor Recht

    Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt Studenten nach falschem Tarif. Senatsmitglieder unbeeindruckt von Personalratsbeschwerde
  • Studenten vor der Humboldt-Universität zu Berlin. Auch sie ist v...
    09.08.2018

    Hochschulleitung knickt ein

    Berliner Humboldt-Universität verklagt Studentenausschuss, weil dieser die Namen seiner Mitgieder der AfD nicht bekanntgeben will

Regio: