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Aus: Ausgabe vom 12.04.2021, Seite 16 / Sport
Radsport

Eine Art Schadensbegrenzung

Radprofi Emanuel Buchmann enttäuscht bei der Baskenland-Rundfahrt. Primoz Roglic siegt spektakulär
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Hängt hinterher: Emanuel Buchmann

Am Ende fuhr Emanuel Buchmann lediglich ein Rennen gegen sich selbst. Primoz ­Roglic bejubelte bereits den Gesamtsieg bei der hochkarätig besetzten Baskenland-Rundfahrt, da quälte sich der abgehängte deutsche Hoffnungsträger noch immer den finalen Anstieg in Arrate hinauf. Eine »richtig brutale Etappe« endete für Buchmann ernüchternd.

4,05 Minuten verlor der Radprofi vom Team Bora-Hansgrohe am Sonnabend auf Roglic und den französischen Tagessieger David Gaudu. In der Gesamtwertung rutschte er aus den Top 10 auf Rang 13 ab. Es sei ein »enttäuschender Tag« gewesen, sagte Buchmann, der in das Kräftemessen der Besten gar nicht hatte eingreifen können. Schon zuvor waren Buchmann und die Bora-Equipe in einer Bergab­passage abgehängt worden. »Ich konnte den Attacken in der Abfahrt nicht folgen, und danach war es nicht möglich, die Lücke zu den vorderen Gruppen zu schließen«, sagte Buchmann. Das, was die deutsche Rundfahrthoffnung im Anschluss betrieb, nannte Boras sportlicher Leiter André Schulze »Schadensbegrenzung«. Buchmann bestritt in Nordspanien erst sein zweites Saisonrennen. Auch ohne die gewünschten Resultate verläuft der Formaufbau allerdings nach Plan. Erst in rund einem Monat will Buchmann den Höhepunkt seiner Kräfte erreichen. Dann kämpft er erstmals um das rosa Trikot beim Giro d’Italia (8. bis 30. Mai).

Gelb statt rosa hat derweil Roglic im Sinn. Die späte Niederlage bei der Tour de France 2020 ist unvergessen. Im Sommer soll die Revanche gegen seinen slowenischen Landsmann Tadej Pogacar gelingen. Wie sehr Roglic die Tour bereits umtreibt, bewies er am Sonntag. Nur einen Tag nach dem Erfolg im Baskenland fuhr der Vuelta-Sieger im verregneten Südfrankreich die Strecke des Einzelzeitfahrens der vorletzten Tour-Etappe ab. Am 18. ­Juli, so der Plan, will Roglic in Gelb auf dem Podium in Paris stehen. Im »Fernduell« mit Pogacar hatte er nun im Baskenland das bessere Ende für sich. Der Kapitän vom Team Jumbo-Visma entriss auf der spektakulären letzten Etappe dem bisherigen Gesamtführenden Brandon McNulty (UAE Team Emirates/USA) um dessen »Edelhelfer« Pogacar noch das Führungstrikot und triumphierte beim World-Tour-Rennen zum zweiten Mal nach 2018.

Auf der zum Teil chaotischen Schlussetappe ging Roglic gemeinsam mit dem Franzosen Gaudu (Groupama-FDJ) in den letzten und knackig steilen Anstieg zum Santuario de Arrate. McNulty war da bereits abgeschlagen, auch Pogacar war auf dem hügeligen Profil in die Verfolgerrolle gerutscht. Obwohl Pogacar als der stärkere Fahrer gilt, hatte das UAE-Team offenbar das Ziel, McNulty als Gesamtsieger ins Ziel zu bringen. Pogacar machte zwischenzeitlich Tempo für seinen Teamkollegen im gelben Trikot, der zeigte knapp 50 Kilometer vor dem Ziel aber große Schwächen und musste abreißen lassen. Pogacar kämpfte anschließend in einer Verfolgergruppe um seine Restchance auf den Gesamtsieg – letztlich jedoch vergeblich. (sid/jW)

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