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Aus: Ausgabe vom 31.03.2021, Seite 15 / Antifa
Rechter Aufmarsch am 1. Mai

Provokation zum Arbeiterkampftag

Sachsen: »III. Weg« plant Aufmarsch für 1. Mai in Zwickau. DGB kündigt Gegenprotest an
Von Markus Bernhardt
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Berliner Antifaschistinnen und Antifaschisten zeigen Flagge gegen die Splitterpartei (3.10.2020)

Einmal mehr versucht sie, den Kampftag der Arbeiterklasse demagogisch zu missbrauchen. Die faschistische Splitterpartei »Der III. Weg« plant für den 1. Mai einen Aufmarsch im sächsischen Zwickau und behauptet im Aufruf dazu auch, den »Kapitalismus zerschlagen« zu wollen. Die 2013 gegründete Neonazipartei ist bislang vor allem in Sachsen umtriebig. Ihre Anhänger gelten Antifaschistinnen und Antifaschisten sowie den Behörden gleichermaßen als äußerst gewalttätig. Zu ihrer propagandistischen Inszenierung gehört die Rolle der selbsternannten »einzig wahren« Interessenvertreterin der arbeitenden Bevölkerung. Sie mobilisiert dazu auch mit der angeblichen Forderung nach »Verstaatlichung der Schlüsselindustrie, aller Großunternehmen, Banken, Versicherungen und aller Betriebe der Daseinsfürsorge«.

Dabei keilt die sich selbst als »nationalrevolutionär« bezeichnende Partei erwartungsgemäß gegen Gewerkschaften und Linke aus. »Nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch die Vertreter der Gewerkschaften und der SED-Nachfolgepartei Die Linke« hätten »die deutschen Werktätigen verraten und treten die soziale Ehre mit Füßen«, schwadronieren die Neonazis. Solche Behauptungen verwundern keineswegs. Beteiligten sich die Gewerkschaften nicht nur in Zwickau in der Vergangenheit doch regelmäßig an antifaschistischen Aktivitäten, die sich gegen den »III. Weg« sowie andere faschistische Organisationen und Parteien richteten.

»Der 1. Mai ist der Tag der Arbeiterinnen und Arbeiter und ihrer Bewegung«, betonte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Die Linke) am Dienstag auf jW-Anfrage. Die langjährige Vorsitzende der DGB-Region Vogtland-Zwickau sieht im angekündigten Aufmarsch der Neonazis eine »geplante Provokation«. Schon das Datum sei »mit Bedacht gewählt«, sagte Zimmermann. »Vor 88 Jahren vereinnahmte die NSDAP den Maifeiertag für sich und begann am 2. Mai 1933 mit der Zerschlagung und Verfolgung der Gewerkschaften.« Die Neonazis der Splitterpartei »III. Weg« verhöhnen Zimmermann zufolge die Opfer dieser Verfolgung und treten »die Werte der Gewerkschaftsbewegung« mit Füßen. »Faschismus ist keine Alternative zum Kapitalismus, sondern dessen hässlichstes Gesicht«, stellte die Abgeordnete klar. Deshalb dürfe man es sich nicht gefallen lassen, »wenn Faschistinnen und Faschisten am 1. Mai zu Aufmärschen mobilisieren« und werde »entschlossene Gegenmaßnahmen organisieren« – unter Beachtung der geltenden Coronaregeln.

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