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Aus: Ausgabe vom 03.04.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Beziehungsdrama

Lotte am Bauhaus | Mi., 20.15 Uhr, ARD
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Paul war wohl doch nicht der richtige: Lotte (Alicia von Rittberg) wartet in Dessau vergeblich auf die Vereinbarkeit von Beruf und Liebesglück

Der »Film-Mittwoch im Ersten« ist nicht der Sendeplatz, für den die ARD die tiefgründigsten Werke produziert. Auch »Lotte am Bauhaus« war kein solches. Das Thema Bauhaus allerdings fasziniert noch immer. Alternative Lebensentwürfe, neue Ansätze in fast allen Bereichen der Kunst – für solche Aspekte der zuerst in Weimar, dann in Dessau beheimateten und später von den Nazis aufgelösten Schule nahm sich der Film viel Zeit. Aus dramaturgischen Gründen vereint die Titelfigur Lotte verschiedene Bauhaus-Figuren. Allerdings hätte sich auch mit der Reduktion auf reale Personen genug Spannung erzeugen lassen. Zum Beispiel Friedl Dicker – im Film verkörpert von Nina Gummrich. Sie war am Bauhaus Schülerin u. a. von Johannes Itten. Zunächst nach Prag emigriert, wurde sie 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1944 in ­Auschwitz ermordet. Mit solchen Biografien gaben sich die Filmemacher nur am Rande ab und lieferten statt dessen ein Beziehungsdrama. (mis)

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