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Aus: Ausgabe vom 29.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Utopien reichen nicht

Interview der Woche | So., 11.05, DLF
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Eine unermüdliche Kämpferin, wie die Partei sie dringend nötig hat: Die neue Linken-Kochefin Janine Wissler (Berlin, 2.3.2021)

Janine Wissler, die neue Kovorsitzende der Partei Die Linke, bleibt standhaft. Auf die Frage, ob denn auch die paar Bundeswehr-Soldaten, die an der UN-»Blauhelmmission« Minurso in der Westsahara teilnehmen, wieder nach Hause geholt werden sollten, kontert sie im »Interview der Woche« des Deutschlandfunks: Gerade dieses Beispiel zeige doch, dass es Alternativen zu Militäreinsätzen im Ausland gebe. Man solle nicht laufend »irgendwelche Deals« mit der Besatzungsmacht Marokko eingehen, »die am Ende lauten: Haltet die Flüchtlinge auf, und dafür schauen wir nicht so genau hin bei Menschenrechtsverletzungen«. Vielmehr gelte es, »politischen Druck« aufzubauen. Erst auf die Frage, wie sie zu »Vergesellschaftungen« stehe, gerät die Kämpferin aus Hessen leicht ins Schlingern. Statt ihre Analyse der Coronakrise beim Wort zu nehmen und darauf zu bestehen, dass Sozialisierungen unabdingbar und auch machbar sind, spricht sie sich am Ende dafür aus, »Utopien zu entwickeln«. Das wird nicht reichen. (jt)

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