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Aus: Ausgabe vom 26.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Waffen vom Balkan

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Schon beim Untergang Jugoslawiens mischten rechte Söldner mit, jetzt bewaffnen sich Faschisten aus den Restbeständen des Krieges

Investigativjournalist Arndt Ginzel ist auf der Suche nach Waffenschmugglern auf dem Balkan unterwegs. Er setzt sich gleich zu Beginn des Beitrags beim Abfeuern einer AK-47 in Szene – ein unnötig effekthaschender Einstieg. Auf dem Balkan sind noch große Waffenbestände aus dem Jugoslawien-Krieg in Umlauf: Ginzel ist Routen von Waffenkurieren aus Bosnien auf der Spur, die deutschen Ermittlern in Dresden ins Netz gegangen waren. Dabei konzentriert sich das Rechercheteam zuerst auf die bei der Verhaftung der Kuriere gefundenen Waffen aus ehemaligen NVA-Beständen. Die Recherche führt zu rechten Milieus im »Pegida«- und AfD-Umfeld, deren Angehörigen von Ermittlern Aktivitäten in dem Waffenschmugglernetzwerk nachgesagt werden. Der Beitrag wird leider unnötig oft mit dramatischer Musik bespielt, die dem Thema vermutlich zusätzliche Brisanz spendieren soll. Gänsehautstimmung, als ginge es hier um eine spannende Kriminalgeschichte, nicht um die gerade laufende oder bereits erfolgte Bewaffnung rechter Kreise. (dm)

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