Gegründet 1947 Montag, 12. April 2021, Nr. 84
Die junge Welt wird von 2500 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 26.02.2021, Seite 14 / Feuilleton

Keine Gerechtigkeit

14 FdW.JPG

Fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Bürgers Daniel Prude durch einen Polizeieinsatz hat ein Geschworenengremium am Dienstag entschieden, dass gegen sieben beteiligte Beamte keine Anklage erhoben wird. In Rochester, dem Tatort im US-Bundesstaat New York, kam es daraufhin zu Protesten (siehe Bild) und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Anwälte der Polizisten begrüßten laut US-Agentur AP die Entscheidung, da die Beamten »nur ihren Job korrekt« ausgeführt hätten. Ein im September veröffentlichtes Video einer Bodycam des Einsatzes vom 23. März 2020 belegt, wie Prude nackt und mit einer sogenannten Spuckhaube versehen auf dem Bürgersteig durch mehrere Beamte fixiert wurde – laut Polizeigewerkschaftsvertretern eine Standardtechnik. Nach etwa zwei Minuten erbrach er sich und hörte auf zu atmen. Eine Woche später verstarb er im Krankenhaus. (jW)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

Unverbindlich und kostenlos lässt sich die junge Welt drei Wochen lang (im europäischen Ausland zwei Wochen) probelesen. Abbestellen nicht nötig, das Probeabo endet automatisch.

Debatte

  • Beitrag von Ralf S. aus G. (26. Februar 2021 um 02:08 Uhr)
    Ja gut, ein bisschen Schwund ist immer. Der Verlust von Menschenleben, vor allem marginalisiserter, alter, kranker, schwacher (und daher vernachlässigbar), gehört zu den Kollateralschäden im bürgerlich-kapitalistischen Normalbetrieb, das ist wirklich Standard, insofern ist das in der Tat nichts besonderes und keiner rechtlichen Konsequenzen wert.

Mehr aus: Feuilleton