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Aus: Ausgabe vom 25.02.2021, Seite 15 / Medien
»Freiwillige Selbstkontrolle«

Ärger über Medienberichte

»Deutscher Presserat« konstatiert Rekord bei Beschwerden 2020
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Freiwillig? Ein Drittel der 2020 öffentlich gerügten Redaktionen kamen ihrer Veröffentlichungspflicht nicht nach

Beim sogenannten Deutschen Presserat haben sich seit der Gründung 1956 noch nie so viele Leser über die Medienberichterstattung beschwert wie 2020. 4.085 Beschwerden und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr (2.175) gingen ein, wie das Gremium – eine »freiwillige Selbstkontrolle der Presse« – am Dienstag in seinem Jahresbericht mitteilte. Ratssprecher Sascha Borowski sagte der Nachrichtenagentur dpa: Es seien vor allem Privatpersonen, die sich beschwerten.

Der Anstieg soll nach Ratsangaben mehrere Gründe haben: So habe es zum Beispiel 382 Beschwerden zu einer polizeikritischen Kolumne in der Tageszeitung gegeben. Laut Gremium habe diese aber nicht gegen den Pressekodex verstoßen.

Gehäuft hätten sich Beschwerden zur Berichterstattung über die Coronapandemie. Borowski schrieb dazu im Bericht: »In der pandemiebedingten Ausnahmesituation wünschten sich Leserinnen und Leser klare und verlässliche Fakten und wandten sich besonders häufig an den Presserat, wenn sie am Wahrheitsgehalt der Berichterstattung zweifelten.« Er behauptete zudem im dpa-Gespräch: »Wir haben schon den Eindruck, dass auch viele Coronaskeptiker mit dabei sind. Es gibt zum Beispiel auch Aufrufe in einschlägigen Gruppen des sozialen Netzwerks Telegram, sich über die Berichterstattung beim Presserat zu beschweren. So etwas landet dann auch bei uns.« Außerdem hätten das Gremium auch ungewöhnlich viele Schreiben erreicht, für die der Rat nicht zuständig sei, wie Beschwerden über journalistische Beiträge in Fernsehen und Radio.

Zu den Sanktionen, die der Rat verhängen kann, zählen ein Hinweis, eine Missbilligung und die Rüge als härteste Folge. Eine öffentliche Rüge bedeutet, dass die betroffene Redaktion sie in einer ihrer nächsten Ausgaben veröffentlichen muss. Allerdings hätten sich nicht alle auch daran gehalten – jede dritte Rüge blieb demnach unveröffentlicht. Häufigster Grund für Rügen sei eine mangelnde Trennung von Werbung und Berichterstattung. (dpa/jW)

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