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Aus: Ausgabe vom 25.02.2021, Seite 11 / Feuilleton
Lyrische Hausapotheke

Reimlose Lyrik

Von Thomas Gsella

»Mein Leben«, rief sie, »reimt sich nicht!«,

Weshalb sie nicht in Reimen dichte.

Ihr ungereimtes Leben richte

Sie zu wund wie ein Messer sticht,

Ein Bluten ohne Trost und Halt

In Form, in Schönheit, in Gefüge.

Ein jeder Reim wär »eine Lüge«,

So rief sie. »Schroff und ungestalt

Ist meine Welt, mein Leid: mein Sein!«

Kein Reimen also? »Niemals. Nein.«

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

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