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Aus: Ausgabe vom 22.02.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Hoffnung auf Katjes

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Traditionsbetrieb im westsächsischen Wilkau-Haßlau

Haribo hat Abbau der Maschinen im Werk Wilkau-Haßlau gestoppt, wie die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) am Sonntag mitteilte:

Überraschend hat Haribo den laufenden Abbau des Maschinenparks im Wesa-Werk Wilkau-Haßlau gestoppt. Bisher sind etwa die Hälfte der Anlagen demontiert und abtransportiert worden. Damit wächst die Hoffnung, dass das Unternehmen auf den zuletzt erneut gestiegenen öffentlichen Druck reagiert und ernsthaft mit dem Süßwarenkonkurrenten Katjes verhandelt. Katjes hatte Interesse an einer möglichen Übernahme des Standortes und einer Produktion vegetarischer Produkte signalisiert.

»Der öffentliche Druck wirkt. Statt im Höchsttempo Maschinen abzubauen, muss im Höchsttempo über eine Übernahme durch Katjes verhandelt werden. Haribo kann jetzt soziale Verantwortung übernehmen und sich in Würde aus der Region verabschieden. Wir können es nur immer wiederholen: Wir brauchen schnell Klarheit. Im April greifen die ersten Kündigungen«, erklärt Thomas Lißner von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). »Wir werden weiter wie Löwen kämpfen, dass der Standort fortgeführt wird. Mit Katjes haben wir einen Interessenten, der die Süßwarentradition in moderner Art fortführen könnte. Zudem sind Betriebsrat und Tarifvertrag in dem Betrieb Normalität. Das ist gerade in unserer Region nicht selbstverständlich und ein hoher Wert«, so der Gewerkschafter weiter.

In den zurückliegenden Tagen hatte eine Aktion der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) unter dem Motto »#SagJesHaribo« öffentlichen Zuspruch gefunden und viel Widerhall in den sozialen Medien. Die Gewerkschaft fordert Haribo auf, zügig und konstruktiv mit Katjes zu verhandeln und einer Übernahme keine Steine in den Weg zu legen.

Umweltschützer haben am Sonntag zur Räumung von besetzten Baumhäusern in Flensburg erklärt:

Der seit fast fünf Monaten besetzte Bahnhofswald in Flensburg (…) wird geräumt. (…) Nach allen Versprechen, wegen der verschärften Coronasituation in Flensburg in diesem Monat nicht mehr zu räumen, hat Oberbürgermeisterin Simone Lange diese nun doch gebrochen. (…)

Der neue Räumungsvorwand: Coronaverstöße in den Baumhäusern, obwohl die Menschen dort nicht zwischen den Baumhäusern wechseln und dort seit Monaten zusammenwohnen. (…) All das passiert allein auf Grund des Profitinteresses der Investoren Jan Duschkewitz und Ralf Hansen, die auf dem Gelände ein Hotel und ein Parkhaus bauen wollen und deshalb das intakte innerstädtische Waldgebiet vernichten wollen. (…) »Wir sind wütend. Wütend über den ganzen Plan, hier ein Parkhaus und ein Hotel zu bauen, wo wir Wald für unser Klima und unsere Zukunft viel dringender brauchen. Wir sind wütend über gebrochene Versprechungen. Wütend auf die Investoren, auf die Stadt, auf den Staat, auf die Polizei, die all das durchsetzt. Wir werden den Wald verteidigen«, erklärt eine Besetzerin. »Und selbst wenn der Wald fällt, werden wir nicht aufhören, gegen das geplante Projekt zu streiten, mit unterschiedlichsten Mitteln.«

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