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Aus: Ausgabe vom 25.01.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Falsche Liebe

Hintergrund | Sa., 18.40 Uhr, DLF
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Kuhhandel in Rabat: Nachdem US-Präsident Trump Westsahara-Besatzung anerkannte, vereinbaren Marokko und Israel diplomatische Annäherung (22.12.2020)

Wie kommt es eigentlich, dass zum Beispiel das nordafrikanische Königreich Marokko plötzlich seine Liebe zum früheren »Erzfeind« Israel entdeckt und seine diplomatischen Beziehungen zu ihm »normalisiert«? Der Deutschlandfunk nennt einen gern übersehenen Grund: Von dort bezieht es nämlich die Spionagesoftware »Pegasus«, die es seinem Geheimdienst ermöglicht, Regimekritiker oder auch Gegner der Westsahara-Besatzung zu überwachen und bei Gelegenheit auszuschalten. Zugleich erfährt man auf der von der Deutschen Welle betriebenen Webseite Qantara, dass in Marokko soeben ein Museum zur Erinnerung an das jüdische Erbe des Landes eröffnet wurde. Unterschlagen wird allerdings, dass sich König Hassan II einst die Emigration der marokkanischen Juden von Israel mit einem Kopfgeld hatte vergüten lassen, das in seine schwarzen Kassen floss. Was steckt also hinter der gefeierten »Normalisierung«, wenn nicht eine erneute Instrumentalisierung des Judentums zum eigenen Profit? (jt)

deutschlandfunk.de/hintergrund

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