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Aus: Ausgabe vom 23.01.2021, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Orangen-Kokos-Kuchen

Von Maxi Wunder

»Sansibar ist nicht gleich Sansibar!« Roswitha studiert Internetseiten über Afrika. Wir sitzen in der Berliner S-Bahn zum neuen Flughafen BER, wie jeden Sonntag, um da rumzulungern. Krank ist das, keine Frage. Déformation professionnelle, Spätfolge einer Tätigkeit, die uns jahrzehntelang über den Globus jagte und das Klima verpestete, wir sind Reiseleiterinnen auf Entzug. »Hätte nicht gedacht, dass mir der Kackberuf noch mal so fehlen würde«, seufzt sie.

Am S-Bahnhof BER fährt uns ein Aufzug direkt zum Terminal 1–2 hoch, wir eilen zur Departures-Anzeige: Wieder nur europäische Ziele. Wer weiter weg will, muss erst nach Frankfurt. Det is Berlin! Konsequent provinziell. 7,08 Milliarden verballert, und man kommt gerade mal bis Malta. Aber ist ja wegen Corona, schon klar. Vereinzelte Rollkoffertouristen schlendern über die glatten Fliesen zum Check-in.

Er ist hübsch, der BER, das muss man ihm lassen. Von außen Mies van der Rohes neue Nationalgalerie im XXL-Format, innen übersichtlich und keine endlosen Shoppingmalls, dafür die schlichte Eleganz nussbaumholzgetäfelter Abfertigungstresen und gläserner Aufzüge, z. B. zum Billigbäcker. Einen Eimer Kaffee gibt’s für soziale 2,50 Euro und dazu Kuchen zum Reinknien:

Orangen-Kokos-Kuchen

Den Backofen auf 175 Grad Celsius (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine Springform (26 cm Durchmesser) einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Drei Eier mit 250 g Zucker und einer Prise Salz mit einem Handrührgerät schaumig schlagen. 300 g Weizenmehl Type 405 mit drei TL Backpulver vermischen und sieben. Mehl und Backpulver mit 225 ml Buttermilch und etwas abgeriebener Bio-Orangenschale unter die Eiercreme rühren. Den Teig in die vorbereitete Springform geben und glatt streichen. 75 g Zucker, 25 g Kokosraspel und 25 g Mandelblättchen vermischen und auf dem Teig verteilen. Im vorgeheizten Backofen ca. 40–45 Minuten backen. Den Kuchen evtl. zehn Minuten vor Backzeitende mit Alufolie abdecken. 150 g Schlagsahne mit vier EL Orangensaft verrühren. Kuchen aus dem Backofen nehmen, mit einem Holzspieß dicht an dicht perforieren und die Sahnemischung gleichmäßig auf den heißen Kuchen gießen. In der Form ca. 30 Minuten abkühlen lassen. Den Kokoskuchen aus der Form nehmen, in Stücke schneiden und lauwarm servieren.

7,08 Milliarden Euro dafür, dass Berliner Kaffeetanten jott we de preiswert konditern gehen können, so soll’s sein. Unter den argwöhnischen Blicken von fünf Sicherheitsleuten breiten wir umständlich Wolldecken auf den eiskalten Metallsitzen aus, nehmen unsere Masken ab und picknicken. »Was ist denn nun mit Sansibar?« will ich wissen. »Ist eine Inselgruppe vor Tansania, bestehend aus Pemba, Latham und Unguja, der Hauptinsel, auch Sansibar genannt«, erklärt Roswitha. »1964 hat die DDR dort Plattenbauten errichtet, aus Dankbarkeit für ihre Anerkennung durch Abeid Karume, den damaligen Präsidenten des Inselstaats. Die volkseigenen Gebäude sind inzwischen marode, es fehlen die Mittel zum Renovieren, trotzdem lieben die Menschen ihre Wohnungen.« – »Platte im türkisblauen Pazifik mit Gecko an der Decke?« – »Klar, denk an Kuba. Platte geht überall!«

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