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Aus: Ausgabe vom 05.01.2021, Seite 8 / Ansichten

Kampfansage des Tages: Endlosplackerei

Von Oliver Rast
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Arbeitswelt ohne Rentenaussicht: Der Boss als Aufpasser mit tierischem Ebenbild

Wir brauchen nicht drum herumreden, es ist eine Kampfansage: Zum Arbeitswochenauftakt ins neue Jahr schwadronierten Rainer Dulger und Monika Schnitzer im Duett über die Erhöhung der Lebensalterszeit. Sprich, sie wollen die Endlosplackerei der Mehrwertproduzenten. Beide spielen ihre Klassenrolle, wenngleich nicht sonderlich virtuos, eher tumb. Dulger als Frontläufer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Schnitzer als Stichwortgeberin der »Wirtschaftsweisen«.

Den Aufschlag machte der BDA-Boss: »Wenn unsere Lebenserwartung immer weiter steigt, muss unsere Lebensarbeitszeit zwangsläufig auch steigen«, argumentierte er zirkelschlüssig am Montag via dpa. Schnitzer sekundierte, wählte indes das Handelsblatt als kollektiven Agitator der bisweilen menschelnden Kapitalfraktionen – und machte Extradruck: »Da müssen wir rasch handeln, weil es leichter zu akzeptieren ist, wenn die Menschen wissen: Diese Verlängerung setzt erst in ein paar Jahren ein.« Aha, mit Psychotricks »die Menschen« gefügig machen. Und Dulger setzt die Pistole auf die Brust: »Es gibt keine Alternative.« Die alte Leier, Sie wissen schon, der demographische Wandel diktiere das »höhere Renteneintrittsalter« …

Das Anheben der »Regelaltersgrenze« dürfte nur ein Vorbote sein, Krisenfolgen zu sozialisieren, Coronagewinnler zu schonen. Und es ist der zynische Versuch, durch exzes­sive Mehrarbeit existenzverlängernde Maßnahmen für ein kaputtes Rentensystem fortzuführen.

Der DGB, ein gutes Signal, reagierte prompt: »Völlig inakzeptabel« sei der Vorstoß. Denn: Bereits heute steigen Beschäftigte physisch ruiniert vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus, mit erheblichen Rentenabschlägen. Kurzum: Gut zureden wird nicht reichen, um den kalkulierten Affront gegen alle Malocher zurückzuschlagen. Gewerkschaftliche Gegenwehr schon eher.

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