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Aus: Ausgabe vom 12.12.2020, Seite 2 / Inland
Fridays for Future

Protest gegen Konzernmacht

Umweltaktivisten demonstrieren gegen weitere »Klimaverbrechen«
Von Bernd Müller
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Mit einer Lichteraktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin haben Klimaaktivisten für mehr Umweltschutz demonstriert (11.12.2020)

In mehreren deutschen Städten haben am Freitag Umweltaktivisten von »Fridays for Future« (FFF) an das fünfjährige Bestehen des Pariser Klimaabkommens erinnert. Untrennbar verbunden mit dem Abkommen ist das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, für das sich die Aktivisten stark machen. FFF hatte weltweit zu Demonstrationen und Protestaktionen aufgerufen. Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat am Freitag der internationalen Gemeinschaft auf Twitter fortdauernde Tatenlosigkeit vorgeworfen. Die zurückliegenden fünf Jahre seien eine Zeit »der Untätigkeit und des Schaffens von Schlupflöchern« gewesen. So könne man nicht weitermachen.

Gleichentags hat die EU ihr Klimaziel verschärft: Verglichen mit dem Jahr 1990 soll der Ausstoß von Kohlendioxid nun bis 2030 um 55 Prozent sinken. Bisher galt ein Ziel von 40 Prozent. Luisa Neubauer, das deutsche »Gesicht« von FFF, erklärte am Freitag gegenüber dpa, der EU-Kompromiss sei ein Beleg dafür, dass Demonstrationen der Aktivisten notwendig bleiben. Deutschland hänge nun der EU hinterher, sagte sie weiter; die logische Konsequenz sei ein früherer Kohleausstieg.

Bereits im Oktober hatten ­Thunberg und Neubauer der EU in einem gemeinsamen Beitrag auf der Onlineplattform Medium vorgeworfen, mit den Zahlen zu mogeln. Das liege vor allem daran, dass der internationale Flugverkehr, die Schiffahrt und die Herstellung von Gütern außerhalb der EU nicht dazugezählt würden.

Auch ein Zusammenschluss um »Ende Gelände Berlin« und das »Bündnis gegen fossiles Gas« protestierte am Freitag im Rahmen einer weltweiten Aktion gegen die Nutzung von Erdgas. In Berlin demonstrierten die Aktivisten vor der Zentrale des Konzerns Wintershall DEA, der ein globaler Akteur bei der Förderung von Erdgas ist. Dem Konzern werfen die Aktivisten unter anderem vor, mit Fracking die Lebensbedingungen der Mapuche-Indianer in Argentinien erheblich zu beeinträchtigen. Eine Sprecherin von Extinction Rebellion Berlin forderte, Förderung und Nutzung von Erdgas – ob in Deutschland oder anderswo – unter Strafe zu stellen; denn es sei ein Klimaverbrechen.

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