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Aus: Ausgabe vom 05.12.2020, Seite 11 / Feuilleton
Film

Schurke und Märchenkönig

Vor 90 Jahren wurde der Charakterdarsteller Rolf Hoppe geboren
Von F.-B. Habel
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Mann für besondere Herausforderungen: Rolf Hoppe (2007)

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Als spielwütiger 17jähriger meisterte Rolf Hoppe 1947 im ambitionierten Laientheater des heimatlichen Ellrich am Harz eine Herausforderung: die Titelrolle in »Professor Mamlock« von Friedrich Wolf. Dessen Sohn Konrad Wolf gab dem Schauspieler knapp 25 Jahre später eine Filmrolle, die ihn international bekannt machte – die des schwachen spanischen Königs Karl IV. in der Feuchtwanger-Adaption ­»Goya«, einer internationalen Koproduktion.

Zu dieser Zeit kannte das Kinopublikum im sozialistischen Lager Hoppe schon ganz gut aus den Indianerfilmen der Defa. Er hatte als abgefeimter Schurke Bashan in »Spur des Falken« (1968) fasziniert, einem der Filme, die MDR und RBB rund um den 90. Geburtstag des Stars am Sonntag ins Programm genommen haben. Auch der oscarprämierte ungarische Film »Mephisto« von 1981 gehört dazu, eine Verfilmung von Klaus Manns antifaschistischem Roman, in dem Hoppe in der an Hermann Göring angelehnten Rolle des Generals brilliert.

Neben den unvermeidlichen »Drei Haselnüssen für Aschenbrödel« (1973) mit Hoppe als Märchenkönig wird man ihn auch in der Titelrolle von »Hans Röckle und der Teufel« (1974) sehen können, der nach einem Märchen entstand, das Karl Marx für seine Tochter Eleanor erfunden hatte. Erfreulich auch, dass der MDR zum Gedenken an den Charakterdarsteller, der 2018 in Dresden starb, den Film »Hubertusjagd« (1985) aus der oft unterschätzten Reihe »Der Staatsanwalt hat das Wort« ausgegraben hat.

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