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Aus: Ausgabe vom 25.11.2020, Seite 10 / Feuilleton

Golding, Bellag, Meyer

Von Jegor Jublimov
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Außergewöhnliche Doppelbegabung: Annegret Golding

Ob Dr. Albrecht Schoenhals in grauer Vorzeit oder Dr. Christiane Paul als sehr gegenwärtige Künstlerin – Medizin und Schauspielerei gehen bei vielen zusammen. Von Dr. Marianne Koch, die im nächsten Sommer 90 wird, ist der Berufswechsel bekannt, weil sie nach wie vor in den Medien auftaucht. Ein dreiviertel Jahr älter ist Annegret Golding, die an diesem Donnerstag ihren runden Geburtstag feiert. Nach erfolgreicher Schauspielkarriere nahm sie mit Mitte 30 ihr Medizinstudium auf, arbeitete erst als Krankenhausärztin und nach 1990 selbständig in einer Praxis. Daneben trat sie mit öffentlichen Lesungen auf. Begonnen hatte sie diese Laufbahn als 16jährige in Schwerin, und nach Wismar folgte 1954 schon Berlin, wo sie an Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater von Shakespeare bis Peter Hacks vieles spielte, was Rang und Namen hat. Neben Hauptrollen in Defa-Filmen wie »Der Richter von Zalamea« (1956) und »Tatort Berlin« (1958) sah man sie bis 1967 in über 30 Fernsehfilmen, darunter »Ein Haus voller Leichen« (1959) unter der Regie ihres Mannes Hans-Albert Pederzani und »Mord in Riverport« (1963), den der kürzlich verstorbene Krimialtmeister Hans Joachim Hildebrandt inszenierte.

In Federico García Lorcas Stück »Bernarda Albas Haus« spielte Gol­ding 1964 unter der Regie von Lothar Bellag. Der 2001 verstorbene Schauspieler und Regisseur wäre am Freitag 90 geworden. Nach Schauspielengagements in Leipzig und Rostock kam er 1954 an Brechts Berliner Ensemble, wo seine Leidenschaft für die Regie entbrannte. Von 1961 an schuf er für den DFF zahlreiche, zum Teil bedeutende Fernsehereignisse, wie Peter Weiss’ »Die Ermittlung« (1966), »Daniel Druskat« (1976) und »Johann Sebastian Bach« (1985). Der Vielfachfunktionär im DDR-Kulturbetrieb inszenierte nach 1990 fürs Theater und für Sat. 1, darunter die beliebte Serie »Hallo, Onkel Doc!«.

Nach wie vor aktiv – jetzt in der Filmarbeit mit jungen Leuten in seiner erzgebirgischen Heimat – ist der anerkennend »Spuk-Meyer« genannte Günter Meyer, der an diesem Mittwoch 80 Jahre alt wird. Nachhaltig berühmt wurde er mit Fernsehserien wie »Spuk unterm Riesenrad« (1979) und fünf Nachfolgern bis 2002, die auch als Kinofilme erfolgreich waren. Sowohl im Dokumentar- wie im Spielfilm hat Meyer immer für ein jugendliches Publikum gearbeitet. »Bei einem Kinder- oder Familienfilm wachsen ständig Zuschauer nach, da lohnt es sich schon, den Film so zu machen, dass man ihn auch in zwanzig Jahren noch mit Vergnügen ansehen kann«, schrieb er vor acht Jahren in seinen Erinnerungen. Er hat recht behalten. Raffiniert und liebevoll hat er seine Filme gemacht, die Zuschauer wollen sie weiterhin sehen.

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