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Aus: Ausgabe vom 28.10.2020, Seite 16 / Sport

Kunststücke

Von André Dahlmeyer
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Als hätten sie es geahnt: Argentinos Juniors vor dem Weltpokalfinale gegen Juventus Turin am 8. Dezember 1985 in Tokio

Einen wunderschönen guten Morgen! Der hoffnungsvollste fußballerische Nachwuchs Argentiniens wird seit längerem beim Club Atlético Lanús sowie bei den Klubs der Provinz Santa Fe geformt. Das war nicht immer so. Früher war die Nachwuchsarbeit des Hauptstadtklubs Argentinos Juniors das A und O im Fußball der Silberländer. Der Verein aus dem Stadtteil La Paternal produzierte einen Weltstar nach dem anderen, darunter Diego Armando Maradona, nach dem heute das Stadion der Juniors benannt ist, sowie Juan Román Riquelme. Vor 35 Jahren gelang »El Bicho« (Ungeziefer), wie Argentinos Juniors von Freund und Gegner genannt werden, das Kunststück, als fünfter argentinischer Klub nach Independiente, Racing, Estudiantes de La Plata und Boca Juniors die Copa Libertadores zu gewinnen.

Nachdem Maradona 1981 an die Boca Juniors ausgeliehen worden war, war es mit dem Kiezklub zunächst bergab gegangen. Doch Trainer Roberto Saporiti führte die Argentinos Juniors 1984 zu ihrer ersten Meisterschaft und qualifizierte sie für die Libertadores. 1985, jetzt mit José Yudica an der Kalklinie, gelang erneut der Titelgewinn.

Die Libertadores 1985 begann in fünf Gruppen, nur die Sieger kamen weiter. El Bicho hatten die Todesgruppe mit ihren Landsleuten von Ferro Carril Oeste und den brasilianischen Vereinen Fluminense und Vasco da Gama erwischt. Für den Gruppensieg mussten die Argentinos Juniors schließlich gegen Ferro zum Entscheidungsspiel antreten, das die Bichos nach Rückstand noch klar gewannen.

Danach wurden die Finalisten in zwei Dreiergruppen ermittelt. Die Juniors mussten gegen Club Blooming aus Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) antreten sowie gegen den frisch gebackenen argentinischen Weltpokalgewinner Club Atlético Independiente (1:0 gegen den FC Liverpool), der zudem seine siebte Libertadores (bis heute Rekord) zu verteidigen gedachte. Die Entscheidung brachte das letzte Match gegen Independiente.

El Bicho führen mit 2:1, als ein Handstrafstoß für die Gastgeber gepfiffen wird. Letzte Aktion des Spiels. Trifft Claudio Marangoni, steht Independiente in den Finals. Doch Torwart Enrique Vidallé hält die Kugel einfach fest. Die Bichos überstehen die Gruppe unbesiegt und spielen erstmals eine internationale Finalrunde, gegen den kolumbianischen Verein América de Cali.

Das Hinspiel in Buenos Aires geht an die Argentinier, das Rückspiel in Kolumbien an América (jeweils 1:0). Am 24. Oktober kommt es im Estadio Defensores del Chaco in Asunción (Paraguay) zum Entscheidungskampf. Als es nach 120 Minuten noch 1:1 steht, ist Elferballern angesagt. Wieder ist Vidallé der Held, als er den letzten Schuss von Antony de Ávila abwehren kann und Mario Videla anschließend lasziv einschiebt.

Die Argentinos Juniors, für die u. a. Jorge Olguin (Weltmeister 1978) sowie Sergio Batista und Claudio Borghi ( beide Weltmeister 1986) aufliefen, schrieben Fußballgeschichte. Aber das Weltpokalfinale gegen Juventus Turin am 8. Dezember 1985 verloren sie.

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