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Kunst

Zitronen und Klopapier

Das Künstlerkollektiv Frankfurter Hauptschule hat laut eigener Aussage eine Skulptur des Künstlers Joseph Beuys gestohlen und an ein ethnologisches Museum in Tansania übergeben. Mit diesem »symbolischen Akt der Restitution« möchte das Kollektiv die Debatte um die Rückgabe von Kunst und ethnographischen Objekten aus ehemaligen Kolonien in westlichen Museen beschleunigen, hieß es in einer Mitteilung. Bei der angeblich gestohlenen Skulptur handelt es sich um eine der »Capri-Batterien«, von denen Beuys 1985 insgesamt 200 Stück anfertigte. Eine dieser in Zitronen gesteckten Glühbirnen stahl das Kollektiv nach eigenen Angaben am 18. Oktober aus der Ausstellung »Verschmutzung. Körperzustände. Faschismus. Christoph Schlingensief und die Kunst« des Theaters Oberhausen; das Werk ist eine Leihgabe des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster. Das Theater bestätigte auf jW-Anfrage das Fehlen des Kunstwerks. Das Künstlerkollektiv ist bekannt für Provokationen, etwa als es im August 2019 Klopapier auf das Goethe-Haus in Weimar warf, um den Dichter als »Lustgreis« zu enttarnen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.10.2020, Seite 11, Feuilleton

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