Die XXVI. RLK-Konferenz findet statt
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Aus: Ausgabe vom 16.10.2020, Seite 1 / Inland
Gentrifizierung

Angriffe nur von »Sicherheitsleuten«

Schlägertruppe vor »Liebig 34«: Video belegt falsche Darstellung des Vorfalls durch Polizei
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Mitarbeiter der von der Padovicz Unternehmensgruppe engagierten »Sicherheitsfirma« am Montag abend in Berlin-Friedrichshain

Die tätlichen Angriffe in der Berliner Liebigstraße am Montag abend gingen ausschließlich von »Sicherheitsleuten« des Immobilienunternehmers ­Gijora Padovicz aus. Das zeigt ein vierminütiges Video, das während des Vorfalls aufgenommen wurde. Im Internet kursiert bereits seit Dienstag abend ein einminütiger Ausschnitt des Clips, jW hatte am Mittwoch Gelegenheit, die vollständige Aufnahme anzuschauen und mit einem Augenzeugen zu sprechen.

Wie bereits in der Dienstagausgabe berichtet, hatten am Montag nach 22 Uhr vier Personen Passanten mit einem Brecheisen, einer Schaufel, Latten und Stangen bedroht. Eine Frau hatte vor dem Gebäude der am Freitag von der Polizei geräumten »Liebig 34« eine Kerze entzündet, was zu dieser aggressiven Reaktion führte. Bei den Angreifern handelt es sich laut Tagesspiegel um eine Gruppe Tschetschenen, die derzeit »im Auftrag der Unternehmensgruppe Padovicz« das Haus »bewohnen« und »bewachen«.

In dem Video ist zu sehen, wie die Personen aus der Schlägertruppe Umstehende bespucken, sie schubsen und ihnen auch ins Gesicht schlagen. Anschließend reihen sich die vier vor der Baustelle auf. Noch vor Eintreffen der Polizei kommt ein weißer Renault-Transporter mit Berliner Kennzeichen angefahren, der eine Passantin streift und dann stoppt – offenbar zur Unterstützung der vier »Sicherheitsleute«.

Was das Video nicht belegt, ist die Behauptung der Polizei in einer Pressemitteilung vom Dienstag, die Padovicz-Mitarbeiter seien von einer 30 Personen zählenden Gruppe mit Flaschen beworfen worden. Die »Vermummten« seien dann, noch bevor die Polizei vor Ort sein konnte, »in Richtung Rigaer Straße geflüchtet«. Von dieser Gruppe und Flaschenwürfen ist in dem Video nichts zu sehen. Die mit einem Handy gefilmte Aufnahme liegt laut einem Augenzeugen der Polizei als Beweismittel vor.

Für Freitag abend ist vor Ort eine weitere Demonstration mit Musik und Redebeiträgen gegen die Verdrängung linker Projekte angekündigt, das Motto: »Das ist unser Dorfplatz!« (jW)

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