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Aus: Ausgabe vom 07.10.2020, Seite 15 / Antifa
Proteste gegen Neonazis

Erfolg für Antifaschisten in Berlin

Tausende Nazigegner blockieren Aufmarsch von »Der III. Weg« in Hohenschönhausen
Von Felix Schlosser
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Eine der Blockaden von Nazigegner auf der Route des rechten Aufmarsches in Berlin-Hohenschönhausen (3.10.2020)

Ihren Aufmarsch hatten Sie sich sicher anders vorgestellt, denn weit sind sie nicht gekommen. Erst mit zweistündiger Verspätung konnten die rund 250 Neonazis am Sonnabend nachmittag in Berlin-Lichtenberg ihren Aufzug starten, zu dem die faschistische Kleinstpartei »Der III. Weg« bundesweit mobilisiert hatte. Sammelpunkt war der S-Bahnhof Wartenberg. Nach einigen hundert Metern war Schluss, da zahlenmäßig deutlich überlegene Gruppen von Antifaschisten die Route mit Blockaden – unter anderem auf der Zingster und Ribnitzer Straße – versperrt hatten.

Es sei »ein wichtiges Zeichen, dass der III. Weg in Hohenschönhausen nur eine verkürzte Strecke laufen konnte«, zeigte sich Ulrike Sommerfeld, Sprecherin des Hohenschönhausener Bündnisses »Gemeinsam gegen Rassismus« am Sonnabend im Gespräch mit junge Welt sichtlich erfreut. Die Proteste hätten »gut ineinandergegriffen und der Polizei kaum eine andere Möglichkeit gelassen, als den Aufmarsch zu beschränken«. Den versammelten Faschisten blieb statt einer kilometerlangen Wegstrecke nur eine kleine Schleife um einen Neubaublock. Am Abend standen sie dann wieder am Bahnhof Wartenberg und hielten ihre Abschlusskundgebung ab. Unter dem Motto »III. Weg versenken« hatten linke Gruppen im Vorfeld zu dezentralen Aktionen und Blockaden aufgerufen (siehe jW vom 30.9.). Insgesamt waren mehrere tausend Antifaschisten nach Hohenschönhausen gekommen.

Zwischenzeitlich versuchten Faschisten, aus dem Aufmarsch auszubrechen, und gingen die Polizisten auch mit Quarzsandhandschuhen an. Journalisten wurden ebenfalls Ziel von Angriffen. Die Beamten wirkten häufig überfordert, gerieten oft mit Antifaschisten aneinander und nahmen immer wieder Menschen gewaltsam unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken fest. Auch Pressevertreter wurden Ziel polizeilicher Maßnahmen. Ein Beamter trug während des Einsatzes einen Aufnäher mit der Grafik eines »Sparta-Helms«. Das sei ein unter Rechten sowie auch in Waffenlobby-Kreisen beliebtes Symbol, erklärte Martina Renner, antifaschistische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, am Sonnabend per Twitter dazu. Nach Medienberichten bestätigte die Polizei den Fall.

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