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Aus: Ausgabe vom 26.09.2020, Seite 8 / Ansichten

Jugendversteher des Tages: Nico Hofmann

Von Alexander Reich
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Nico Hoffmann

Deutsches »Eventfernsehen« ist etwas für den Lebensabend. Es geht da um verlorene Größe, um nie verwundene Kränkungen. Niemand weiß das besser als Nico Hofmann (60), Ufa-Geschäftsführer. Er produzierte Zweiteiler über die Bombennächte von »Dresden« (sagenhafte 12,68 Millionen Zuschauer) oder die »Vertreibung« aus Ostpreußen (»Die Flucht« mit Maria Furtwängler, mehr als elf Millionen). Seine Erfolgsformel hat das deutsche Fernsehen von Grund auf umgekrempelt, und es ist nicht so, dass er seine reiche Lebenserfahrung nicht gerne teilen würde.

Die Freitagausgabe der Süddeutschen Zeitung enthielt ein Interview mit dem »Erfolgsproduzenten«, der zeitlose Weisheiten überlieferte – »Wer öfter in die Ecke schießt, bekommt kein Geld mehr« –, kommende Großproduktionen rühmte – »Die Porsche Saga«, »Siegfried & Roy« –, sich darüber hinaus aber auch noch um so etwas wie einen Anschein von Jugendlichkeit bemühte. Das ging los mit seinem Interesse für das Wirecard-Desaster – »eine große Theatershow, anscheinend sogar mit Schauspielern, die Wirtschaftsprüfer empfangen haben«. Für die Rolle des flüchtigen Jan Marsalek sei Freund und Kollege Heino Ferch »leider ein bisschen zu alt«, ließ Hofmann wissen. Und apropos, wenn auch in anderem Zusammenhang: Beim Geld höre Freundschaft keinesfalls auf – »Es ist genau umgekehrt.«

Am Tag der weltweiten Klimastreiks hatte Hofmann, der den deutschen Senioren so tief in die Seele geblickt hat, aber auch eine gute Nachricht, die die Jugend des Landes betrifft. Auch die versteht er. Und was er sieht, das gibt ihm Kraft und Hoffnung: »Das Interesse an Wirtschaft wächst, junge Leute beschäftigen sich mit dem Aktienmarkt und ETFs«. Genial! Auch er nämlich legt »weitgestreut in ETF-Fonds an«. Nicht mehr zu helfen ist also nur Leuten wie mir, die keinen blassen Schimmer haben, was dieses ETF sein soll.

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»Besonders in der Schule lernt man wenig über die tatsächlichen historischen und aktuellen Zusammenhänge, umso wichtiger ist die junge Welt mit ihrem Beitrag zur Aufklärung.« – Saskia Bär, Studentin

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