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Aus: Ausgabe vom 10.08.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Keine Randnotiz

Kepler | Sa., 20.15 Uhr, Arte
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Hat eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Arbeiten überhaupt verfasst und wird vom Kaiser doch nur als Astrologe gebraucht: Christoph Bach als »Johannes Kepler, der Himmelsstürmer«

Johannes Kepler hatte entdeckt, dass sich die Planeten nicht auf Kreis-, sondern auf elliptischen Bahnen frei um die Sonne bewegen. Er träumte von Reisen zum Mond und erahnte die Schwerkraft, die er zunächst als »Faulheit« bezeichnete. Und irgend etwas in dieser Richtung scheint auch die Macher des Arte-Dokudramas »Johannes Kepler, der Himmelsstürmer« befallen zu haben: Das ist zwar eine denkwürdige Geschichte, wie Kepler dem Kaiser sein Werk »Neue Astronomie« überreicht, dieser aber nur an einem Horoskop interessiert ist. Widerwillig liefert es sein Hofmathematiker – mit verhängnisvollen Folgen. Doch viel interessanter als die langweilig ausgebreiteten Palastintrigen und Zänkereien oder die zwischendurch eingeblendeten Expertenstimmen wäre der jahrelange, am Ende erfolgreiche Kampf Keplers mit der Inquisition, um seine der Hexerei verdächtigte Mutter vor dem Scheiterhaufen zu retten. Das erscheint hier eher als historische Randnotiz. Immerhin: Darüber gibt es einen alten Defa-Film. (jt)

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