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Aus: Ausgabe vom 03.08.2020, Seite 8 / Ansichten

Liebesentzugsopfer des Tages: Bundeswehr

Von Kristian Stemmler
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Verfängt nicht mehr: Bundeswehr-Werbung (hier auf der Spielemesse Gamescom 2018 in Köln)

»Mach, was wirklich zählt«, gehört zu den hippen Werbesprüchen, mit denen die Bundeswehr zuletzt versuchte, ihr Image aufzupolieren und um Nachwuchs buhlte. Die Frage ist nur, was zählt: Bei der Truppe kann man straflos lauter Dinge machen, die woanders nicht gern gesehen sind. Zum Beispiel schießen, Panzer fahren oder Leute schikanieren. Wer politisch etwas weiter rechts steht, trifft auf Gleichgesinnte, kann sich in der Dienstzeit in Chatgruppen tummeln und hier und da Waffen und Munition für den »Tag X« abzweigen, an dem man die Macht im Lande an sich reißen will.

Angesichts solcher Aussichten fällt es schwer, die Nachricht zu glauben, die von der Deutschen Presseagentur am Sonntag verbreitet wurde. Danach hat die Truppe Probleme, geeigneten Nachwuchs zu rekrutieren. Das Interesse am freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr bleibe gering. Im ersten Halbjahr 2020 haben sich laut dpa rund 5.200 junge Männer und Frauen für den sieben bis 23 Monate langen Dienst beworben, 2019 seien es insgesamt 11.200 gewesen. Zum Vergleich: In den ersten Jahren nach Aussetzung der Wehrpflicht 2011 lagen die Bewerberzahlen noch bei mehr als 18.000.

An fehlender Ansprache liegt’s nicht. Das Verteidigungsministerium gibt Millionen aus, um mit Plakatwerbung, »Karrieretrucks« auf Messen, der unsäglichen Youtube-Serie »Die Rekruten« und dergleichen Bewerber zu gewinnen. Irgendwie will das alles nicht so recht verfangen. Liegt es vielleicht daran, dass die Skandale um rechte Netzwerke bei der Bundeswehr das Klima dort genauer abbilden als die ganze PR? Oder dass es nicht für alle jungen Leute attraktiv ist, sich anschreien zu lassen, mit einem 20-Kilo-Rucksack auf dem Rücken durchs Unterholz zu kriechen und im Ernstfall als Kanonenfutter zu dienen?

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Debatte

  • Beitrag von Ralf S. aus G. ( 2. August 2020 um 20:53 Uhr)
    Nicht zu vergessen, dass die sogar kostenlos Bahn fahren dürfen. Natürlich aber nur in Kampfmontur ... Und das kostet den so arg geschundenen Steuerzahler vier Millionen Euro im Jahr.

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