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Aus: Ausgabe vom 01.08.2020, Seite 2 / Ausland
Afghanistan

Feuerpause in Afghanistan

Hoffnungen auf Friedensgespräche überschattet von Anschlägen
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Zahlreiche Gläubige besuchten am Freitag mit Beginn der Waffenruhe eine Moschee in Kabul

In Afghanistan ist am Freitag eine dreitägige Feuerpause in Kraft getreten, die zu den lang erwarteten Friedensgesprächen zwischen der Regierung und den radikalislamischen Taliban führen soll. Genährt wurden die Hoffnungen auf Verhandlungen durch die Ankündigung von Präsident Aschraf Ghani, dass die Regierung weitere 500 Taliban freilassen werde.

Mit Beginn der Feuerpause zog es Hunderte Gläubige in die Moscheen der Hauptstadt Kabul. Dort wurden sie von Einsatzkräften genau durchsucht, bevor sie eingelassen wurden. Landesweit wurde der Waffenstillstand offenbar zunächst eingehalten, es gab keine Berichte über Verstöße. Das Schweigen der Waffen war von beiden Seiten anlässlich des islamischen Opferfestes Eid Al-Adha angekündigt worden. Es ist erst die dritte offizielle Feuerpause in Afghanistan in 19 Jahren Krieg. Sowohl Ghani als auch die Taliban hatten im Vorfeld signalisiert, dass womöglich Friedensgespräche sofort nach dem Opferfest beginnen könnten, das bis einschließlich Montag dauert.

Als eine Voraussetzung dafür galt die Freilassung von insgesamt 5.000 Taliban-Kämpfern. Die Regierung hat bereits 4.600 Kämpfer freigelassen, die restlichen 400 stufte sie als »zu gefährlich« ein. Nun verkündete Ghani bei einer Ansprache zum Beginn des Opferfestes: »Um unseren guten Willen zu zeigen und die Friedensbemühungen voranzubringen, werden wir 500 Taliban-Gefangene freilassen.« Allerdings handelt es sich nicht um Kämpfer, die auf der ursprünglichen Forderungsliste der Taliban standen.

Überschattet wurde der Beginn der Feuerpause von einem schweren Anschlag, bei dem am Donnerstag im Osten des Landes mindestens 17 Menschen getötet worden waren. Die Taliban bestritten jede Beteiligung.

Die Gewalt in dem Land ist laut einer offiziellen US-Analyse ungeachtet der Bemühungen um innerafghanische Friedensverhandlungen weiter sehr hoch. »Die Zahl der von den Feinden ausgeführten Angriffe ist immer noch höher als im historischen Durchschnitt«, hieß es in einem Bericht des US-Generalinspekteurs für den »Wiederaufbau« Afghanistans, der dem Kongress untersteht. Zwar hätten die Taliban zuletzt keine Angriffe mehr auf die internationalen Truppen im Land gestartet, dafür aber immer wieder die afghanische Armee angegriffen. (AFP/jW)

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