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Aus: Ausgabe vom 30.07.2020, Seite 8 / Ansichten

Mob-Scout des Tages: Rainer Meyer

Von Kristian Stemmler
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Schreibtischtäter (Symbolbild)

Der rechte Mob, der in den »sozialen Netzwerken« wütet, braucht Stichwortgeber. Leute, die ihm bestimmte Personen als Ziele zuweisen, gegen die sich dann der ganze Hass richtet. Einer der effektivsten dieser »Scouts«, um sie mal so zu nennen, ist der Journalist Rainer Meyer, der bei Springers Flaggschiff Welt als »Don Alphonso« reaktionäre Kolumnen plaziert. Die Taz nannte ihn im November 2019 einen »barocken Landschaftsgärtner der rechten Ideologien«. Er verabscheue Greta Thunberg, kritisiere den »Ärger über den weißen Mann«, spreche von »Gaudimigration« und »prekären Frauen mit Vorlieben für dressierte Eunuchen«.

Zielscheibe von Meyers Tiraden sind bevorzugt Linke, die er seinen zahlreichen Followern aus der Halb- und Vollfaschoszene im Internet zum Fraß vorwirft. Das musste 2018 die Journalistin Sibel Schick erfahren. Nach einer Attacke von »Don Alphonso« (damals noch bei der FAZ) wurde sie von rechten Hatern gemobbt. Nachdem ihre Adresse und Telefonnummer geleakt worden waren, war sie Opfer von Telefonterror. Schließlich zog sie in eine andere Stadt.

Jetzt hat es die Wiener Neonazismusexpertin Natascha Strobl erwischt. Meyers Unmut erregte, dass das TV-Magazin »Panorama« sie in einem Beitrag über die Nähe des Leiters der Social-Media-Abteilung der Bundeswehr zur »Identitären Bewegung« als Expertin präsentiert hatte. In einem ellenlangen Beitrag giftete »Don Alphonso« am Mittwoch, sie halte Vorträge bei der »gewaltbereiten Antifa« und anderen »linksextremen Gruppen«, sei in Wahrheit eine »Aktivistin«. Seitdem ist das Feuer eröffnet. Über Twitter wird Strobl beleidigt und bedroht. Die Hater entdeckten eine Gedenkseite für ihren verstorbenen Vater. Einer schrieb: »Kein Wunder, dass Ihr Vater tot ist. Wäre ich Ihr Vater, wäre ich auch lieber tot.« Strobl nannte die Kampagne »Diskurszerstörung«. Für schlichte Nazipöbeleien ist das vielleicht etwas zu vornehm ausgedrückt.

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