Die XXVI. RLK-Konferenz findet statt
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Aus: Ausgabe vom 03.07.2020, Seite 11 / Feuilleton
DDR-Wissenschaft

Heinrich Fink gestorben

Der evangelische Theologe und Hochschullehrer Heinrich Fink ist am Mittwoch in Berlin gestorben. Das erfuhr jW aus der Familie. Fink wurde 1935 geboren, studierte ab 1954 Theologie an der Berliner Humboldt-Universität und wurde dort 1979 zum Professor für Praktische Theologie berufen, 1980 zum Dekan der Theologischen Fakultät. Im April 1990 wählte ihn das Universitätskonzil mit überwältigender Mehrheit zum Rektor. Er war in dieser Funktion der einzige in der DDR, der gegen die pauschale »Abwicklung« von wissenschaftlichen Mitarbeitern juristisch vorging. Seine Klage war erfolgreich. Im November 1991 begann eine Pressekampagne gegen ihn wegen angeblicher Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS), die auf durchgestochenen Materialien der MfS-Unterlagenbehörde unter Leitung von Joachim Gauck beruhte. Ein Nachweis wurde nie erbracht. Trotz einer breiten Solidaritätsbewegung im In- und Ausland entließ ihn der damalige Berliner Wissenschaftssenator Manfred Erhardt (CDU) im November 1991 fristlos.

Fink hatte sich seit 1961 in der Christlichen Friedenskonferenz engagiert, war 1992 Mitbegründer der »Komitees für Gerechtigkeit« und von 1998 bis 2001 parteiloser Abgeordneter für die PDS im Bundestag. Von 2003 bis 2014 war er Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), die ihn 2014 zu ihrem Ehrenvorsitzenden bestimmte. (jW)

Ein Nachruf folgt.

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