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Fall Serebrennikow

Sie sammeln schon

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow kann nach eigenen Angaben die von einem Gericht wegen Betrugs verhängte Geldstrafe nicht aus eigenen Mitteln zahlen. »Ich kann das Land nicht verlassen, bis ich dem Kulturministerium diese Menge Geld gezahlt habe, die ich definitiv nicht habe«, sagte Serebrennikow in einem Interview mit The Hollywood Reporter. Russische Medien berichteten am Donnerstag darüber. Serebrennikow leitet das populäre Gogol-Theaterzentrum in Moskau. Er hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Das Gericht hatte Serebrennikow und drei Mitarbeiter vergangene Woche schuldig gesprochen, 129 Millionen Rubel (etwa 1,6 Millionen Euro) an staatlichen Fördergeldern veruntreut zu haben. Sie bekamen Geld- und Bewährungsstrafen und sollen die veruntreute Summe zurückzahlen.

Serebrennikow sagte, er habe in seiner gesamten Karriere versucht, nichts mit finanziellen Belangen zu tun zu haben. »Ich verstehe nichts von diesem Scheißgeld.« Doch gebe es bereits zahlreiche Kulturschaffende unter anderem aus Deutschland, Österreich und Frankreich, die ihm Unterstützung angeboten hätten. »Sie haben mir gesagt, dass sie schon mit dem Geldsammeln angefangen haben, um mich ›freizukaufen‹«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.07.2020, Seite 10, Feuilleton

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