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Rettung, wo?

Von Rafik Will
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»Fräulein in Not«: Theaterfassung von »save me (not)« in Oberhausen

Wie unterscheidet sich die mit der Coronapandemie einhergehende Wirtschaftskrise vom Bankencrash 2007/08? Um diese und daran anschließende Fragen geht es in der Diskussionssendung »Corona und der Wert« (Di., 9 Uhr, FSK), einer aufgezeichneten Veranstaltung des Hamburger Lesekreises »Exit!« vom Mai, bei der JustIn Monday und Vertreter des Zusammenschlusses »Sous la plage/antigravitationistische Linke« zu Wort kommen.

Die Kinderradiosendung »Ohrenbär« (täglich um 19.05 auf RBB 88.8 und um 19.50 Uhr auf NDR Info) gibt es seit etwa 30 Jahren, jetzt ist sie Gegenstand einer Petition. Unter dem Titel »Rettet den Ohrenbär!« wird online für Unterschriften geworben. Hintergrund sind vom NDR angedachte Sparmaßnahmen, die die Zukunft der gemeinsam mit dem RBB produzierten Kurzhörspielsendung ungewiss erscheinen lassen.

Bei der alle zwei Wochen ausgestrahlten Musiksendung »Further in Fusion« (Mi., 18 Uhr, Radio Corax) stehen in diesem Monat Gastmoderationen aus Leeds, London und Frankfurt am Main auf dem Programm. Anlass ist das 20. Jubiläum von Radio Corax aus Halle (Saale).

Mit dem zweiten Teil der Bearbeitung von Friedrich Anis Roman »Der namenlose Tag« (BR 2020; Ursendung Teil 2/2 Mi., 20 Uhr, Bayern 2) kommt ein verwickelter Kriminalfall um den vermeintlichen oder tatsächlichen Suizid einer Schülerin zum Abschluss. Zeitgleich wird auf NDR Kultur das mit dem »Deutschen Hörspielpreis der ARD« ausgezeichnete Hörspiel »Chinchilla Arschloch, waswas« (WDR 2018; Mi., 20 Uhr, NDR Kultur) von Thilo Guschas und Helgard Haug wiederholt. Am Tag darauf ist ein weiteres prämiertes Stück zu hören, Gabriele Kögls »Höllenkinder« (ORF 2018; Do., 22 Uhr, SWR 2) über die Lebensgeschichte einer 80jährigen, als »bestes Radio-Drama« 2018 mit dem »Prix Europa« ausgezeichnet.

Für den Donnerstag sind außerdem einige Hörspielursendungen angekündigt. Unter anderem vom Kollektiv »Frauen und Fiktion« (das sind Anja Kerschkewicz, Eva Kessler, Felina Levits und Paula Reissig) das Stück  »(save me) not« (DLF Kultur 2020; 22 Uhr, DLF Kultur), in dem es um das aus Kunst und Literatur sattsam bekannte »Fräulein in Not« geht. Eine Science-Fiction-Geschichte zu algorithmusgestützter präventiver Polizeiarbeit hat Martin Heindel mit »Cassandra Rising« (Eigenproduktion 2020; 23 Uhr, WDR 1Live) im Gepäck. Und Udo Moll erkundet in »Otaku Nation« (DLF Kultur/SWR 2020; Ursendung Fr., 0 Uhr, DLF Kultur) die lärmenden Klangwelten japanischer Spielhallen.

Ein düsterer Krimi über die Gefahr, die von Exsoldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung ausgehen kann, wird mit Andreas Jungwirths »Auf die Natur kann man nicht böse sein« (HR/MDR 2019; Fr., 22 Uhr, SWR 2) wiederholt. Um den Nationalismus in der Schweiz kümmert sich im gleichen Genre Michael Fehr mit »Simeliberg – Zwischen Berg und Tal« (BR 2018; Sa., 15 Uhr, Bayern 2).

Milo Rau untersucht in »Mitleid« (WDR 2016; Sa., 19 Uhr, WDR 3 und So., 17 Uhr, WDR 5) unter anderem den europäischen Menschenrechtsinterventionismus, es geht dabei auch um die Rolle sogenannter Kleinwaffen.

Drei Ursendungen seien noch empfohlen: Robert Schoen greift in »ersticket und verdorben« (HR 2020; Sa., 23 Uhr, HR 2 Kultur) die Seuchenthematik mit Hilfe altertümlicher Sprache auf; Björn Bicker beschäftigt sich in  »Güldens Schwester« (BR 2020; So., 15 Uhr und Wdh. Mo., 20 Uhr, Bayern 2) mit Rassismus und Gewalt an Schulen; Natascha Gangl und Rdeca Raketa (das sind Maja Osojnik und Matija Schellander) präsentieren eine »Femmage« – als Gegenstück zur Hommage: »Die Revanche der Schlangenfrau. Ein Klangcomic frei nach Unica Zürn« (ORF 2020; So., 23 Uhr, ORF Ö 1).

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