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Aus: Ausgabe vom 28.05.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Augentourismus

Uruguay – kleines Land am großen Rio de la Plata | Arte-Mediathek
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Blick in eine ungewisse Zukunft. Die kilometerlange Rambla von Montevideo ist bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt

Arte-Kurzdokus sind immer für etwas Augentourismus gut. Diesmal ging's nach Uruguay. Das kleine Land am Rio de la Plata hat vordergründig für Reisende nicht viel zu bieten, das größte Versprechen an die Besucher ist Gelassenheit. Die Uruguayos – so die eigene Erfahrung – lieben ihr Land auf eine Weise, wie es »Schland«-Brüller nie lernen werden. Da ist nichts Überhebliches dabei, nur einfach Freude daran, dass man es abseits der großen Welt zu etwas gebracht hat. Doch auch Uruguay hat eine faschistische Diktatur hinter sich, davon schweigt der Beitrag. In Montevideos Barrio Punta Carretas wurde ausgerechnet ein Foltergefängnis zum Shoppingcenter umgebaut. Die zunehmende Armut bemerkt nicht erst, wer etwas aus dem Zentrum der Hauptstadt herausfährt. Nach 15 Jahren Frente-Amplio-Regierung kam im März 2020 Luis Lacalle Pou von der rechten Nationalpartei an die Macht. Das dürfte die Probleme des Landes eher verschärfen. (mis)

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