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165 Tage

Das SPD-Führungsgebilde »Norbert & Saskia« leitet, angeblich beabsichtigt, mittlerweile schon 165 Tage ziemlich unsichtbar aus dem Hintergrund. Von Saskia Esken wissen wir, dass sie einen Twitter-Nutzer, der im Einzelhandel tätig ist, durch ihre Einkommenssteuer und private Einkäufe finanziert. Darüber wird gerade bei Twitter heftig diskutiert. Sie äußert sich gelegentlich, ungefragt und ohne sichtbaren Anlass und Grund, zu diesem und jenem.

Was haben die beiden bislang erreicht? Sie wurden noch nicht vom Hofe gejagt und gegen andere Gestalten ausgetauscht. Das ist nicht jedem der letzten zwanzig SPD-Vorsitzenden geglückt. Den Achtungserfolg haben sie auch dem Coronavirus zu verdanken. Neben Krisenbewältigungskapazitäten wie Laschet, Söder, Spahn und der Qualitätsopposition gelingt es selbst Angela Merkel, nicht unangenehm aufzufallen. »Mit Walter und Eskia kriegen wir das schon hin« beschwor fast schon prophetisch die Ulmer SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis ihre Partei beim Inthronisierungparteitag im Dezember 2019 in Berlin. Sie scheint recht zu behalten. Zumindest solange es Corona gibt.

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Derweil sind die »linken« SPD-Sprechautomaten Kevin Kühnert und Ralf Stegner spurlos von der Bühne verschwunden. Noch hat sich niemand über ihre Abwesenheit beschwert. Bei der Bundestagspolizei sind sie jedenfalls noch nicht als vermisst gemeldet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.05.2020, Seite 10, Feuilleton

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