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Aus: Ausgabe vom 07.05.2020, Seite 1 / Ausland
USA

USA: Streit um Corona-Taskforce

Nach Kritik hält Trump an Arbeitsgruppe für Pandemie fest. Zahl der Toten steigt nach wie vor
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US-Präsident Trump beim Besuch einer Fabrik in Phoenix, in der Schutzmasken hergestellt werden (5.5.2020)

Die US-Regierung will anscheinend doch an der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festhalten. US-Präsident Donald Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, sie werde auf unbestimmte Zeit weiterarbeiten, es könne aber Änderungen in der Besetzung geben. Der Fokus werde auf der »Sicherheit und der Wiedereröffnung unseres Landes« liegen.

Zweck der Arbeitsgruppe (Taskforce) ist es unter anderem, die nötigen Behörden der Regierung zu mobilisieren und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu koordinieren. Am Dienstag noch hatte Vizepräsident Michael Pence erklärt, es werde überlegt, die Gruppe Ende Mai oder Anfang Juni aufzulösen. Das sei ein Zeichen des »enormen Fortschritts« im Kampf gegen das Virus. Es bedeute gleichzeitig eine Rückkehr zu einem »traditionelleren« Krisenmanagement, so Pence.

Trump hatte die Angaben seines Stellvertreters an dem Tag bestätigt und gesagt, es müsse eine neue »Phase« beginnen. Bei einem Besuch im südwestlichen Bundesstaat Arizona sagte der Präsident, die Menschen in den USA seien »Kämpfer« und wollten zurück an die Arbeit gehen. Es sei an der Zeit, in die Zukunft zu blicken. »Ich will ein Cheerleader sein«, so Trump. Das Land könne »nicht für die nächsten fünf Jahre geschlossen gehalten« werden. Dies gelte trotz der Tatsache, dass die Öffnung der Wirtschaft »einige Menschen heftig treffen« werde. Es sei »möglich«, dass eine schnelle Rückkehr zur Normalität zum Verlust von Menschenleben führen könne, sagte Trump im Sender ABC.

Die Ankündigung zur Auflösung der Taskforce hatte für Erstaunen gesorgt. Die USA sind mit mehr als 1,2 Millionen bestätigten Infektionen und mehr als 71.000 Toten das am härtesten von der Coronapandemie betroffene Land der Welt. Zudem steigen die Zahlen weiter deutlich an – am Dienstag wurden weitere 2.333 Todesfälle binnen 24 Stunden gezählt. Experten haben vor einem neuen Anstieg der Infektionen gewarnt, sollten die Einschränkungen zu rasch gelockert werden. (AFP/dpa/ jW)