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Aus: Ausgabe vom 25.03.2020, Seite 1 / Inland
Rückgang von Straftaten

Kriminalität in der BRD sinkt

Linke fordert Revision der Gesetzesverschärfungen vergangener Jahre
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Die Kriminalitätsrate hierzulande sinkt – polizeilich aufgerüstet wird trotzdem

Die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr insgesamt erneut gesunken. Das geht aus der bundesweiten Kriminalstatistik für 2019 hervor, die das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag veröffentlichte. Danach wurden im vergangenen Jahr rund 5,27 Millionen Straftaten polizeilich erfasst. Das entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verstöße gegen das Ausländerrecht sind in dieser Statistik nicht enthalten. »Die Bundesregierung hat jetzt noch weniger Vorwände als bislang, die Sicherheitsbehörden weiter aufzurüsten«, erklärte die innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Die Linke, Ulla Jelpke, gegenüber jW. Jelpke fordert eine Revision bisheriger Gesetzesverschärfungen.

Im Deliktbereich »Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf die Staatsgewalt« stieg die Anzahl der angezeigten Fälle im gleichen Zeitraum um acht Prozent. »Das ist Ausdruck der stetigen Aggressivität gegen die Polizei«, meinte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, gegenüber dpa.

Die Aufklärungsquote liegt der Statistik zufolge bei 56,2 Prozent und damit knapp unter dem Höchststand von 2018 (56,5 Prozent), die Zahl der Tatverdächtigen mit knapp 1,9 Millionen um 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr (2018: 1.93). Die Mehrheit der Tatverdächtigen ist männlich (2019: 75,6 Prozent).

Bei der Diebstahlkriminalität ist ein Rückgang von 5,9 Prozent auf 1.822.212 Fälle zu verzeichnen, der niedrigste Wert seit 1987. Das liegt insbesondere an dem wiederholt starken Rückgang beim Wohnungseinbruchsdiebstahl um 10,6 Prozent (2019: 87.145 Fälle), beim Taschendiebstahl um 9,7 Prozent (2019: 94.106) und beim Diebstahl aus bzw. von Kfz um 10,2 Prozent (2019: 222.129). Auch die erfassten Straftaten der Wirtschaftskriminalität gingen um 19,9 Prozent zurück.

Bei der Verbreitung pornographischer Schriften war hingegen statistisch eine Steigerung um 51,6 Prozent zu beobachten, insbesondere bei kinderpornographischen Schriften (plus 64,6 Prozent). (dpa/jW)

Debatte

  • Beitrag von Christel H. aus A. (25. März 2020 um 10:45 Uhr)
    Wie vergleicht man Zahlen von 1987 mit Zahlen von heute? Es gab andere Landesgrenzen und andere Einwohnerzahlen.

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