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Aus: Ausgabe vom 15.02.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Dresdner Hybris

Sachsenspiegel | Do., 19 Uhr, MDR
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Gegendemonstranten protestieren unter dem Motto »Dresden war nicht unschuldig« auf dem Altmarkt (13.2.2020)

Ach, Dresden. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie sich große Teile der Stadtbevölkerung, der Landespolitiker, der Medien selbstzufrieden auf die Schulter klopfen, wenn es um den Jahrestag der Bombardierung 1945 geht. Keine andere deutsche Stadt macht ein derartiges Bohei um ihre Zerstörung in der Folge des Angriffskriegs der Faschisten. Zum Glück gab es eine Menschenkette und »Kerzenbeete«, das lenkt die Bürger so angenehm von den Ursachen ab. »Dresden hat eine Form gefunden, mit dem Gedenken umzugehen«, ist sich Hans-Joachim Klose vom »Arbeitskreis 13. Februar« sicher. Das sah am Donnerstag so aus, dass den ganzen Tag über AfD-Leute in der Innenstadt völlig überhöhte Opferzahlen verbreiten konnten, die Polizei rabiat gegen linke Demonstranten und Pressevertreter vorging, Neonazis den Heidefriedhof für ihre Veranstaltung okkupierten. Im MDR kommen diese Szenen nur am Rande vor. Da echauffiert man sich lieber über »Sprechchöre linker Gruppen«. (mme)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • E. Rasmus: Ein anderer Nachschlag Natürlich machen Rechte Gebrauch vom anglo-amerikanischen Bombardement auf Dresden. Das ist mit der Geschichtsklitterung in diesem auf Profit ausgelegten System nicht anders zu erwarten. Allerdings wa...

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