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Aus: Ausgabe vom 14.02.2020, Seite 7 / Ausland
Volksrepublik China

»Wir sind im Krieg«

China: Neue Maßnahmen im Kampf gegen Coronavirus. 5.911 Infizierte nach Genesung aus Krankenhaus entlassen
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Medizinisches Personal am Flughafen in Wuhan vor einer Maschine der Volksbefreiungsarmee (13.2.2020)

Die Volksrepublik China verstärkt weiterhin ihre Bemühungen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag berichtete, haben zwei Forschungsteams Stämme des Virus aus Kotproben eines infizierten Patienten isoliert. Laut den Wissenschaftlern belege das, dass Kot das Lebendvirus enthalte, sei aber noch kein ausreichender Beweis für eine fäkal-orale Übertragung.

Den chinesischen Gesundheitsbehörden zufolge konnten bis Mittwoch insgesamt 5.911 infizierte Patienten nach ihrer Genesung aus dem Krankenhaus entlassen werden. Alleine am Mittwoch waren es 1.171 Menschen. Allerdings seien laut der Behörde auch 15.152 neue Infektionsfälle bestätigt worden sowie weitere 254 Todesopfer der Viruserkrankung. Damit wurden bis Mittwoch 1.367 Menschen registriert, die an der Krankheit gestorben sind, und 59.804, die infiziert wurden.

Die jüngste besonders deutliche Zunahme der Toten- und Infektionszahlen hängt nach Behördenangaben damit zusammen, dass das Virus in China mittlerweile nicht mehr unbedingt durch einen Nukleinsäure-Test nachgewiesen werden muss, sondern die Diagnose auch auf Grundlage von Röntgenbildern der Lunge gestellt werden kann. Dadurch sollen Infizierte schneller Zugang zu einer Behandlung erhalten.

Rund zwei Monate nach dem Ausbruch der Epidemie gab es indessen weitere personelle Konsequenzen. Die Parteichefs sowohl der Provinz als auch der Metropole Wuhan wurden abgelöst, wie das Staatsfernsehen berichtete.

In einem Kommentar bei Xinhua heißt es, die Volksrepublik müsse sich nun um zwei Probleme gleichzeitig kümmern: Die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vorantreiben. Der Kampf gegen das Virus gehe unter anderem einher mit der Einschränkung der Mobilität, was wiederum zu Versorgungsengpässen führen könne. Dies sei ein Test für das chinesische Regierungssystem. »Wir sind im Krieg«, so Xinhua. »Alle Sektoren müssen sich mobilisieren, aktiv und koordiniert sein. Am wichtigsten ist, dass die Mitglieder und Organisationen der Kommunistischen Partei Chinas ihre entscheidende Rolle spielen.« (Xinhua/dpa/AFP/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Elisabeth Monsig, 96 Jahre: Kein Naturgesetz Täglich die grausamen Nachrichten über die ansteckende Epidemie und die vielen Toten. Ja, es ist schon schlimm, und viele Menschen machen sich Sorgen, ob für genügend Abwehr vorgesorgt wurde. Ja, die ...

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