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Aus: Ausgabe vom 13.02.2020, Seite 1 / Inland
Führungskrise in der CDU

Kandidatenkür im Frühsommer möglich

CDU-Personalkarussell dreht sich für Geschmack der SPD zu schnell
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Angst vor dem totalen Merz? Die SPD will die aktuelle Koalition nur mit Kanzlerin Merkel fortsetzen

Für die Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden und die Benennung des Kanzlerkandidaten wird bereits ein Sonderparteitag im Mai oder im Juni ins Auge gefasst. Ein entsprechender Bericht der Rheinischen Post sei am Mittwoch aus CDU-Kreisen bestätigt worden, teilte die Deutsche Presseagentur (dpa) mit. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich derweil gegen eine frühe Festlegung der Union auf einen Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Die CDU sollte »die Kraft haben«, die personellen Fragen »erst Ende des Jahres zu entscheiden«, sagte Schäuble der Wochenzeitung Zeit.

Die SPD nimmt die Führungskrise in der CDU so ernst, dass sie am Mittwoch klargestellt hat, die aktuelle Koalition im Bund nur fortsetzen zu wollen, wenn Angela Merkel (CDU) bis zum Ende der Legislaturperiode Kanzlerin bleibe. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch: »Angela Merkel ist die amtierende Bundeskanzlerin. Mit ihr sind wir in diese Koalition gegangen. Und mit ihr werden wir auch aus dieser Koalition wieder herausgehen – regulär zum nächsten Wahltermin.«

Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will laut dpa-Bericht in der kommenden Woche Gespräche mit Interessenten für ihre Nachfolge und die Kanzlerkandidatur führen. Bislang werden für die Spitzenämter nur Männer gehandelt – die bayerische Schwesterpartei bleibt dabei nicht außen vor. Als möglich gilt, dass sich Kramp-Karrenbauer am Wochenende am Rande der »Münchner Sicherheitskonferenz« mit CSU-Chef Markus Söder trifft.

Als Bewerber für CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur kommen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Frage.

Merz hatte bei einer Veranstaltung am Dienstag in Magdeburg zunächst gesagt, er halte von einem verbindlichen Mitgliederentscheid über Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur »überhaupt nichts«. Der Bild sagte sein Sprecher anderentags, Merz sei nicht grundsätzlich dagegen – »die endgültige Entscheidung muss aber auf einem Bundesparteitag der CDU getroffen werden«. (dpa/jW)

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