Gegründet 1947 Mittwoch, 26. Februar 2020, Nr. 48
Die junge Welt wird von 2229 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 07.02.2020, Seite 14 / Feuilleton

»Ich bin kein Virus«

RTS30WGM.jpg

Im Rahmen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben sich – angestachelt durch die Berichterstattung eines Großteils der Medien – in vielen Ländern der Welt antichinesische Ressentiments verbreitet. Die ersten Menschen hatten sich mit dem Virus in der chinesischen Stadt Wuhan infiziert, mittlerweile gibt es jedoch auch in vielen anderen Teilen der Welt nachgewiesene Fälle der potentiell tödlichen Lungenkrankheit. Gegen die rassistische Assoziation des Coronavirus mit (vermeintlichen) Chinesen sowie Südostasiaten organisiert sich mittlerweile vermehrt Widerstand unter Betroffenen. So zum Beispiel mittels Straßenkunst (siehe Foto). Auf dem Graffito in der italienischen Hauptstadt Rom heißt es: »Ich bin kein Virus.« In der Sprechblase steht: »Es geht eine Epidemie der Unwissenheit um ... Wir müssen uns schützen!« (jW)

Debatte

  • Beitrag von Dieter R. aus N. ( 7. Februar 2020 um 08:12 Uhr)
    Die gravierenden Auswirkungen dieses völlig neuen und unerwartet auftretenden Virus kommen der politisch-kommerziellen US-Kampagne gegen den erstarkten globalen Konkurrenten China sehr gelegen. Dementsprechend nutzen die westlichen Medien die Gunst der Stunde und entfachen im großen Stil eine widerliche plumpe Hetzkampagne. Dringend erforderlich aber wäre statt dessen eine fundierte und korrekte Ursachenforschung. Ist es realistisch, dass sich der Virus ursächlich durch Verzehr von Wildbret verbreitete, wie allgemein spekuliert wird? Wären auch andere potentielle medizinische oder hygienische Ursachen denkbar? Letztlich wäre natürlich auch zu untersuchen, ob eine politisch motivierte, vorsätzlich von außen herbeigeführte Infizierung völlig auszuschließen ist.

Mehr aus: Feuilleton