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Aus: Ausgabe vom 25.01.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Oberlehrer

Kommentar | Do., tagesschau.de
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Erinnerung an den Holocaust in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz

Es ist so eine Sache mit der Welt: Sie besteht aus vielen Menschen, und die wenigsten von ihnen sind Deutsche. Deutsche, das sind jene, die monströse Verbrechen begehen, dann aber ganz fix aus ihren Fehlern lernen und deshalb um so besser sind als andere. Zum Beispiel als Benjamin Netanjahu und Wladimir Putin. Aus der Sicht der ARD-Journalistin Sabine Müller nutzen die Staatschefs Israels und Russlands nämlich die Holocaustgedenkfeier am Donnerstag in Yad Vashem für eine »erinnerungspolitische Privatparty«, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier »würdig und überzeugend« aufgetreten sei. »Gnadenlos« hätten sie die Einweihung eines Denkmals, das an die Blockade Leningrads durch die Wehrmacht erinnert (diese Russen immer mit ihrer Opferei, weiß man doch als ARD-Journalistin, dass Stalin mit Hitler den Krieg geplant hat), »überzogen« und Holocaustüberlebende warten lassen. So geht es nun nicht. Am besten, die nächste Auschwitz-Gedenkfeier findet gleich in Berlin statt. Das überzeugt dann vielleicht auch die deutsche Journaille. (row)

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