Zum Inhalt der Seite

Hass, Angst und Wut

Das Internationale Auschwitz-Komitee hat den Pianisten Igor Levit am Sonntag in Berlin für sein Engagement gegen Antisemitismus und neofaschistischen Hass geehrt. Die Zerstörung von Biographien koste heute »gar nichts mehr, außer einem Smartphone«, erklärte Levit bei der Preisverleihung. Ein Knopfdruck, und man könne »damit rechnen, dass ein Mensch zerbricht«. Dass in Deutschland Politiker von Faschisten bedroht und zum Rücktritt gezwungen würden und dass »das nicht täglich Seite eins ungefähr von 80 Prozent der Zeitungen dieses Landes Thema ist, löst in mir eine Wut aus, die kann ich Ihnen gar nicht beschreiben«, sagte Levit, der 1995 nach Deutschland gekommen war. Das Komitee würdigte den russisch-deutschen Pianisten (Jahrgang 1987), der sich immer wieder öffentlich gegen Judenhass und Rassismus wendet, auch dafür, dass er offen über die Angst spreche, die er empfinde, seit man ihn selbst mit Mord bedroht habe. Levit sei weit entfernt davon, sich durch diese Drohungen einschüchtern zu lassen. (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 14.01.2020, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!