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Aus: Ausgabe vom 11.01.2020, Seite 5 / Inland
Streik bei Brauerei in Hannover

Der Kampf geht weiter

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Hannover. Nach rund dreiwöchiger Pause hat die Gewerkschaft NGG wieder zu einem Streik bei der Gilde-Brauerei in Hannover aufgerufen. Von Donnerstag morgen bis Freitag nacht hat ein Großteil der mehr als 100 Beschäftigten die Arbeit niedergelegt. Mit dem bereits zehnten Ausstand will die Gewerkschaft die Geschäftsführung wieder an den Verhandlungstisch bringen. Wie die NGG auf ihrer Internetseite erklärte, gehört die Gilde-Brauerei seit 2016 zum TCB-Konzern, der seinen Sitz in Frankfurt (Oder) hat. Seitdem gibt es bei Gilde keinen Tarifvertrag mehr. Die seither eingestellten Beschäftigten verdienten deutlich weniger: Der jährliche Einkommensunterschied liege bei etwa 15.000 Euro brutto bei gleicher Tätigkeit. Die NGG fordert eine Rückkehr zur Tarifbezahlung für alle Brauereibeschäftigten. Nachdem sich die Angestellten in Hannover am 25. November für eine Fortsetzung der Streiks ausgesprochen hatten, folgte vier Tage später die Aufspaltung der Gilde-Brauerei in vier Firmen. Die NGG geht davon aus, dass das Unternehmen auf diese Weise den Betriebsrat schwächen und unbefristete Streiks vermeiden wollte.(jW)