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Aus: Ausgabe vom 09.01.2020, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Keine Entschuldigung

Zu jW vom 30.12.: »Saustall des Tages: Deutsche Debattenkultur«

Den so empörten Hörern des »Umweltsau«-Liedes ist das Anliegen von Satire, mit Überspitzung Missstände in den Mittelpunkt zu rücken, eher nicht vertraut. Man könnte meinen, sie fühlten sich mehrheitlich bei ihrem hinsichtlich des Klimas oft problematischen Konsumverhalten ertappt. Man reagiert auf die Form und nicht den Inhalt des Liedes. Die Löschung durch den WDR hat leider auch mit der Quote, mit Werbeerlösen etc. zu tun. Zudem zeigt sich der jungen und besorgten nächsten Generation der Unwille vieler Älterer, über Einschnitte und eventuell Verzicht auch nur nachzudenken. Der doch wünschenswerten gesellschaftlich-politischen Debatte zu Konsequenzen, verbunden mit Schaffung eines breiten Bewusstseins betreffs westlicher (dieser sich stetig weiter ausbreitenden) Lebensart, hilft diese Entscheidung kaum. Gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk (…) hätte mit seinem Bildungsauftrag die Pflicht, zu bester Sendezeit Aufklärung zu leisten, statt sie in Nischenkanäle oder Nachtstunden zu verschieben. Umwelt und Zukunft des Planeten sollten in jedem Fall Vorrang vor persönlichen und anderweitigen Befindlichkeiten haben, denn eine spätere »Entschuldigung« (welche Heuchelei!) für die von den jetzigen Wohlstandsbürgern betriebene maßlose Verschwendung kann ja nicht mehr stattfinden …

Richard Jawurek, Markkleeberg

Erbärmliche Presse

Zu jW vom 4./5.1.: »Trump will den Krieg«

Halten wir mal fest, dass auf der Terrorliste der USA schon Menschen standen wie Fidel Castro, der im Laufe seines Lebens zahlreiche Mordanschläge überlebte, sowie Nelson Mandela und Jassir Arafat. Es ist ganz einfach eine Schande für den Journalismus, dies nicht korrekt wiederzugeben. (…) Jetzt tötete eine US-Drohne den iranischen General Kassem Soleimani bei einem diplomatischen Besuch in Bagdad. Bei dem US-Angriff starben auch irakische Sicherheitskräfte, darunter Abu Mahdi Al-Muhandes, ein stellvertretender Kommandeur der Haschd Al-Schaabi, die eine offizielle militärische Kraft des Irak sind. Deshalb war der Raketenangriff auch ein Angriff gegen den Irak. (…) In den Westmedien wird gebetsmühlenartig behauptet, dass der Iran »der größte Unterstützer des Terrorismus« weltweit sei. Der Iran und die ganze Region des Nahen Ostens befinden sich aber im Widerstand gegen Okkupation und Angriffskriege seitens der USA und ihrer Verbündeten (…). Damit ist der Widerstandskampf völkerrechtlich legitim. Bitte noch bedenken, unter welchen falschen Angaben die USA überhaupt in den Irak einmarschiert sind!

Istvan Hidy, per E-Mail

Feiger Mord

Zu jW vom 4./5.1.: »Trump will den Krieg«

Die äußerst heftige Reaktion nicht nur der iranischen und irakischen, sondern auch der syrischen, libanesischen, palästinensischen Bevölkerung auf den feigen und unsinnigen Mord an General Soleimani ist verständlich, wenn man weiß, welche Rolle er bei der Entwicklung der Verteidigung in der gesamten Region spielte. Soleimani hatte nicht nur bei der Entwicklung der militärischen Kräfte Irans eine herausragende Stellung, sondern auch bei der Organisation des Widerstandes in Syrien, im Irak und im Libanon. Hoch geschätzt wurde der besonnene und militärisch äußerst kompetente General daher auch von den militärischen Kräften dieser Länder. Nachweisbar ist sein besonderer Anteil an der Formierung und dem effektiven Einsatz der Kräfte, die erfolgreich den Kampf gegen den »Islamischen Staat« führten. Soleimani hatte als Stratege und genialer Kommandeur die Führung der iranischen Militärberater übernommen, die syrische und irakische Truppen im Kampf gegen die Terroristen unterstützten. Der General wurde häufig an der Front während der Antiterroroperationen vom irakischen Mossul bis zum syrischen Aleppo gesehen. 2015 unterstützte er die Regierung von Bagdad bei der Rückeroberung der strategisch wichtigen und ölreichen Stadt Tikrit. Diesen Mann im angeblich verbündeten Irak zu ermorden zeugt nicht nur von der Missachtung des Landes, sondern auch von der völligen Unkenntnis der Mentalität der Menschen, die in diesem Gebiet seit Jahren unter Kriegsbedingungen leben müssen. (…)

Horst Neumann, per E-Mail

Recht außer Kraft

Zu jW vom 6.1.: »Bagdad fordert Abzug«

Schon die Androhung, iranische Kulturdenkmäler zu zerstören, ist nach internationalem Recht eine Straftat, die unverzüglich juristisch zu verfolgen und zu verurteilen ist. Trumps damalige Drohungen vor der UNO, Nordkorea atomar auszulöschen, zeigen leider mehr als deutlich, dass die UN-Charta und damit alle rechtlichen Verpflichtungen durch übermächtige militärische Drohung weitgehend außer Kraft gesetzt sind und diese Rechtsverletzungen international von allen Seiten geduldet werden (»müssen«).

Thomas Pelte, Onlinekommentar

Solidarität Fehlanzeige

Zu jW vom 6.1.: »Von Besatzung zur Annexion«

Bedrückende Bestandsaufnahme der Situation, wie sie vor Ort ist. Und was ist mit der Partei Die Linke? Hat sie sich von internationaler Solidarität endgültig verabschiedet und wird in der Konsequenz ihres »Sichwegduckens« zur Komplizin der Staatsräson der neoliberalen Parteien? Die Fakten, genauer das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion im Bundestag, sprechen da eine klare Sprache bzw. lassen stumme Zustimmung vermuten und belegen sie leider auch! Solidarität mit dem palästinensischen Volk im Kampf um sein Recht auf Selbstbestimmung und gegen die Enteignungs- und Vertreibungspolitik der rechtesten aller bisherigen israelischen Regierungen – Fehlanzeige. Sie findet in der Debatte und der Politik der Linken kaum statt. Warum ist das so, und wieso bleibt das so? Die Konsequenzen für die Palästinenser sind verheerend: die deutsche Linke, taub und stumm und blind gegenüber dem alltäglichen, normalen Wahnsinn, den immer brutaler werdenden Verstößen gegen das internationale Völkerrecht durch israelische Staatspolitik mit dem einen Ziel einer endgültigen Annexion palästinensischen Landes und der Vertreibung seiner Bewohner.

Cristina Taori, per E-Mail

Der Iran und die ganze Region des Nahen Ostens befinden sich im Widerstand gegen Okkupation und Angriffskriege der USA. Widerstand ist völkerrechtlich legitim.

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