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Aus: Ausgabe vom 04.01.2020, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Kolonialismus

»Das Vertrauen in eine friedliche Lösung ist verloren«

Gespräch mit Laila Fakhouri. Über das ausstehende Unabhängigkeitsreferendum in der Westsahara, Widerstand gegen die Fremdherrschaft und die Rolle der EU
Interview: Regina Dietzold und Jörg Tiedjen
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In der Nähe von Tifariti im Südwesten Algeriens wird die Entschärfung einer Mine demonstriert. Zahlreiche Sprengkörper liegen noch in der Westsahara. Mehr als 150.000 vor dem Konflikt mit Marokko geflohene Sahrauis leben seit Jahrzehnten in der algerischen Wüste (Februar 2011)

Im Dezember wurden Sie für Ihr Engagement mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde Aminatou Haidar, die Präsidentin der sahrauischen Hilfsorganisation Codesa, mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Man könnte meinen, der Konflikt, um den es geht, sei allgemein bekannt. Aber leider ist das nicht der Fall. Also: Was ist die Westsahara?

Sie gilt bei der UNO als nicht selbstverwaltetes Gebiet. Sie war einmal eine spanische Kolonie. Als Spanien das Gebiet 1975 verließ, versuchte Marokko, es zu annektieren. Frente Polisario, die 1973 gegründete Vertretung der sahrauischen Bevölkerung, stellte sich dem entgegen. Der Krieg dauerte bis 1991, als die UNO einen Waffenstillstand vermittelte. Nach zwei Jahren, so das Versprechen, sollte ein Referendum für die Sahrauis über den Status des Landes stattfinden. Seit damals wartet die Bevölkerung darauf. Denn Marokko will keine solche Abstimmung. Dass sich seit so langer Zeit kaum etwas verändert hat, ist auch der Grund, warum der Konflikt so unbekannt ist. Schließlich gehen die Medien am liebsten dorthin, wo Krieg ist. Die alltägliche Gewalt in den besetzten Gebieten ist nicht berichtenswert.

Es gibt die von Marokko besetzten Gebiete, das freie Territorium und die Flüchtlingslager im algerischen Tindouf. Sie stammen aber aus dem Süden Marokkos. Wie kam es dazu, dass Sie für die Sache der Westsahara tätig wurden?

Ich komme aus den besetzten Gebieten und wurde in Südmarokko geboren. Einige meiner Familienmitglieder waren politisch aktiv. Aber diesen Weg einzuschlagen war etwas, das ich tun musste. Niemand hat mich dazu aufgefordert. Als ich begann, mich gegen Diskriminierung einzusetzen, über das Recht, unabhängig zu sein, zu sprechen – das war der Moment, in dem ich Aktivistin wurde. Doch ich habe mich entschlossen, einen anderen Weg zu wählen als den, zu den Protesten auf der Straße zu gehen, um geschlagen, verhaftet oder auch getötet zu werden. Ich war 16, 17, als ich erstmals an einem politischen Gerichtsverfahren teilnahm. Ich merkte, wie wenig über die Westsahara international bekannt war. Da habe ich angefangen, zu Hause Englisch zu lernen, noch vor der Universität. Ich hatte Kontakt zu Journalisten und ausländischen Beobachtern. Ich habe für sie übersetzt und auch für die UNO.

Waren Sie bei dem Prozess gegen die Gefangenen von Gdeim Izik dabei?

Beim zweiten Verfahren 2017, das auf weltweiten Protest hin einberufen wurde. Ein erstes hatte 2013 vor einem Militärtribunal stattgefunden, das aber gar nicht zuständig war.

Und wie ist es abgelaufen?

Es war Theater. Es gab keinen Respekt von Recht und Gesetz. Ich konnte nicht fassen, wie Marokko die Geschehnisse darstellte. Das Zeltlager von Gdeim Izik bei Laâyoune war eine wichtige Erfahrung gewesen. Es war der Anfang des »Arabischen Frühlings«. Es war etwas, worauf die Menschen immer noch stolz sind. Es gibt Lieder darüber. Es war eine bedeutende Sache für die Sahrauis, ein großer, friedlicher Protest (der Ende Oktober 2010 von marokkanischen Einsatzkräften beendet wurde, die das Lager dem Erdboden gleichmachten; jW). Wie bei dem Prozess gelogen wurde – das war ein Schock. Um so bewundernswerter war, wie mutig und stolz die Gefangenen auftraten.

Vorher hatten Sie in Agadir Englisch studiert.

In Westsahara gibt es keine Universitäten. Nicht viele Eltern erlauben ihren Kindern, nach Marokko zu reisen. Oft schon wurden sahrauische Studenten verhaftet und getötet. Es war also eine schwere Entscheidung. Das erste Jahr habe ich meine Herkunft nicht zu erkennen gegeben. Ich habe beobachtet, wie die Marokkaner denken. Ihr Bild von der Westsahara stammt aus der Propaganda. Die sahrauischen Studenten werden von den Professoren, den marokkanischen Studenten und anderen Marokkanern diskriminiert. Viele glauben an all die Geschichten zum Beispiel vom »Grünen Marsch« (angeblich friedlicher Einmarsch in Westsahara 1975, jW). Manche finden, dass zu großer Aufwand um die Westsahara getrieben wird, während die Marokkaner selbst vernachlässigt würden. Sie meinen, der König verliere eine Menge Geld in der Westsahara! In meinem zweiten Jahr beschloss ich, offen zu zeigen, dass ich Sahraui bin. Ich habe an Protesten teilgenommen, den ersten Frauenprotesten.

Gibt es eine sahrauische Studentenorganisationen?

Nein, uns wird nicht einmal erlaubt, innerhalb der Universität Versammlungen abzuhalten. Nur die Gruppe der marxistischen Studenten sprach mit uns über die Frage der Selbstbestimmung. Schon allein wegen dieser Tätigkeiten, mit Studenten, mit Professoren diskutiert zu haben, wegen des Versuchs, den Nationalfeiertag (der an die Gründung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara am 27. Februar 1976 erinnert; jW) an der Universität zu begehen, wurden 16 meiner Freunde verhaftet.

Kürzlich war von einem Studenten zu lesen, der mit einem Boot nach Spanien geflohen war, um dort Asyl zu suchen. Er wurde aber nach Marokko ausgeliefert und zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt: wegen des Mordes an einem Berber-Aktivisten.

Das ist Hocein Bachir. Er ist einer der 16. Ihnen allen wird dieser Mord vorgeworfen. Bachir war lange untergetaucht, bevor er beschloss, nach Spanien zu fliehen.

Wie steht es um die Anschuldigungen?

2016 gab es in Marrakesch Auseinandersetzungen zwischen sahrauischen Studenten und der Polizei. Das Todesopfer, Omar Khalek, gehörte zu keiner Seite. Einige Tage später hieß es, er sei von einem Stein getroffen worden. Aber es ist unklar, wer den Stein geworfen hat. Überhaupt erfährt man nur, was offiziell bekanntgegeben wird. Wenn die Polizei Studenten schlägt oder verhaftet, sagt niemand etwas. Wenn es aber Widerstand gibt, treten selbst das Parlament in Rabat und das Erziehungsministerium gegen sahrauische Studenten in Aktion.

Vielleicht will die Regierung verschiedene Gruppen gegeneinander aufbringen?

Nicht nur das, innerhalb der einzelnen Gruppen wird ebenfalls Zwietracht gesät. Auch unter den Sahrauis gibt es Verrat. Bevor die Verhaftungen begannen, war die Gruppe der sahrauischen Studenten immer größer geworden.

Was denken Sie über Länder wie Spanien? Wenn sie jemanden ausliefern, der verfolgt wird? Helfen sie Marokko bei der Repression?

Das kann mich nicht erstaunen. Sie betrügen uns seit vielen Jahren. Von Anfang an werfen wir Spanien vor, die Verantwortung zu tragen für den ganzen Konflikt. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der Regierung und den Spaniern selbst. Wir erfahren eine große Solidarität seitens der spanischen Bevölkerung, das sieht man in den Flüchtlingslagern, während die Regierung unsere Situation ignoriert.

Sie haben auch die Flüchtlingslager besucht. Wie sind Sie dorthin gekommen? War das nicht gefährlich?

Ja, das war gefährlich, aber ich wollte immer schon einmal die Lager besuchen. Meine erste Reise fand 2014 statt. Wir waren eine Gruppe, wir flogen von Casablanca aus. Die Marokkaner hielten uns stundenlang fest. In den Lagern hätte ich mich fast entschieden zu bleiben. Es war für mich überwältigend, die Menschen dort in der algerischen Wüste zu erleben – eine Idee, ein Ziel vor Augen. Es war nicht schwer, dorthin zu gehen, es war schwer zurückzukommen.

Sie haben an der Sommerschule der Polisario teilgenommen.

Sie findet immer in Algerien selbst statt. Auf dem Programm steht dann auch ein einwöchiger Besuch in den Flüchtlingslagern.

In Algerien fanden am 12. Dezember 2019 Wahlen statt. Wäre es denkbar, dass das Land irgendwann seine Solidarität mit den Sahrauis aufkündigt?

Algerien ist eines der Länder, in denen es eine Revolution gab. Sie haben für ihre Unabhängigkeit gekämpft, und sie unterstützen andere Länder, die unabhängig sein wollen. Ganz gleich, wer in Algerien an der Regierung ist: Das Land ist für Palästina und für die Westsahara, weil es auf der Seite der Gerechtigkeit steht. Bei Menschen in aller Welt genießen die Algerier daher hohes Ansehen. Gleichwohl hat Algerien Probleme mit seinen Nachbarn: Marokko handelt mit Drogen, da sind Libyen, Niger, Mali … Man darf nicht vergessen, dass die Polisario auch die algerische Grenze schützt.

Während die EU – obwohl ihr eigener Gerichtshof die Fischerei- und Handelsabkommen mit Marokko kassierte, weil sie auch auf die Westsahara Anwendung fanden – die Verträge einfach etwas überarbeitet und nochmals abschließt …

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Die sahrauische Menschenrechtsaktivistin Laila Fakhouri

Dabei geht es nur um Geld. Als ich ein Kind war, habe ich gedacht, dass Marokko das einzige Land ist, das meine Heimat besetzt hält. Aber je älter ich wurde, desto mehr sah ich ein, dass auch andere solche Ambitionen haben, zum Beispiel Frankreich, das Marokko auf internationaler Ebene unterstützt, oder die EU. Wir verfügen über Ressourcen wie das Phosphat. Die Leute sagen: Wenn wir nicht über solche Reichtümer verfügten, niemand würde sich für uns interessieren. Man sieht ja jetzt, dass sie nicht einmal bereit sind, ihre eigene Rechtsprechung zu akzeptieren. Das ist traurig, insbesondere für unsere Jugend. Mittlerweile gibt es viele Jugendliche, die daran denken, den Krieg wiederaufzunehmen. Nicht, weil sie glauben, dass das eine Lösung ist. Aber sie wollen zeigen, dass sie noch existieren. Sie haben nach all den Jahren das Vertrauen in die UNO und die Möglichkeit einer friedlichen Lösung, wie sie versprochen worden war, verloren. Wir sehen laufend, wie der Sicherheitsrat irgendwo internationales Recht durchsetzen will. Aber nicht für uns. Die Mitglieder müssen hinter den Kulissen irgendwelche Abmachungen mit Marokko getroffen haben.

Wir haben Siemens in den besetzten Gebieten, wir haben die Sicherheitsfirma »G 4 S«. Wenn wir den Krieg wiederaufnehmen, kann niemand uns Vorwürfe machen. Seit 44 Jahren verlangen wir nach dem Referendum, und nichts passiert. Sie wollen einfach den Mantel des Schweigens über die Sache ausbreiten. Dabei könnten sie etwas tun, von einfachen Dingen angefangen, die jeder tun kann, nicht allein Politiker, Parteien, einfach die normalen Leute: wenn sie über die Westsahara sprechen, wenn sie Beiträge im Internet verbreiten, wenn sie in die besetzten Gebiete reisen. Möglicherweise werden sie ausgewiesen, aber dann würde man in den Medien darüber sprechen. Das würde den Sahrauis Hoffnung geben, indem es ihnen signalisierte, dass sie nicht vergessen sind.

Man muss dem etwas entgegensetzen, was Marokko in aller Welt behauptet, dass die Westsahara Teil des Landes sei. Man kann Prozessbeobachter entsenden. Politiker könnten Druck ausüben auf die marokkanische Regierung in der Frage der politischen Gefangenen. Vor kurzem wurde zum ersten Mal seit langem eine Frau verhaftet: Mahfouda Lefkir. Was mich besorgt macht: Wenn es auf internationaler Ebene keine Reaktion gibt, könnte Marokko dazu übergehen, mehr Frauen zu verhaften. Marokko war bisher davor zurückgeschreckt, Frauen zu verfolgen, weil man Angst hatte vor der Reaktion, weil Frauen bei uns einen hohen Rang einnehmen. Nun sieht man, wie sie in den Straßen Gewalt gegen Frauen anwenden, sie schlagen. Die Leute filmen das, aber es gibt keine Reaktion.

Worum ging es denn genau?

Mahfouda Lefkir hatte in Laâyoune an dem Prozess gegen Mansour Othmane Moussaoui teilgenommen (dem eine Beteiligung an Protesten in Laâyoune im Sommer 2019 vorgeworfen wurde; jW). Als sie im Gericht gegen die Ungerechtigkeit gegenüber den Sahrauis protestierte, wurde sie verhaftet. Sie wurde zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Dabei ist sie Mutter, sie braucht medizinische Betreuung, aber die erhält sie nicht.

Vor einem Jahr gab es ein wenig Optimismus wegen der Gespräche zwischen der Polisario und Marokko, die Exbundespräsident Horst Köhler als UN-Sonderbeauftragter einberufen hatte. Dann ist er zurückgetreten. Seitdem sind die Gespräche wieder unterbrochen. Was glauben Sie, wer steht hinter der ständigen Blockade gegenüber einer Lösung des Konflikts?

An erster Stelle Frankreich. Frankreich steht die ganze Zeit hinter Marokko.

Und Deutschland?

Deutschland sollte gegen die Unternehmen, die in der Westsahara tätig sind, auf rechtlichem Wege vorgehen.

Sie werden sagen, dass die Westsahara von ihnen profitiert.

Nein, es herrscht große Armut. Es gibt das Problem der Drogen, das Marokko fördert, es gibt die Auswanderung. Viele Jugendliche ergreifen die Gelegenheit, per Boot zu fliehen, trotz des Risikos. Sie wollen lieber Spanien erreichen oder sterben als bleiben. Wir nennen die besetzten Gebiete das »große Gefängnis«. Es gibt keine Universität, nichts, wo man seine Fähigkeiten entwickeln kann. Man sieht, dass die Marokkaner gute Jobs haben, bessere als man selbst, man sieht die Gewalt, und man kann nichts tun. Oder wenn man etwas tut, wird man für Jahre ins Gefängnis gesteckt. Sie können sich vorstellen, wie die Jugendlichen denken. Wir haben nichts von den großen Unternehmen. Sie stellen nur Marokkaner ein. Nach internationalem Recht bräuchten sie die Zustimmung der einheimischen Bevölkerung. Aber die Unternehmen fragen niemals unsere Repräsentanten von der Polisario.

Es gibt in den besetzten Gebieten das OCP, die Phosphatgesellschaft, die dem König gehört. Dann gibt es Landwirtschaft in großem Stil. Das angebaute Gemüse gibt es hier im Supermarkt, ausgewiesen als marokkanisches Erzeugnis …

Die landwirtschaftlichen Unternehmen gehören auch dem König.

Und da sind nur Marokkaner beschäftigt?

Oder Sahrauis, die für Marokko sind. Sobald man den König anerkennt, sagt, dass die Westsahara zu Marokko gehört, hat man Chancen, Arbeit zu finden. Wenn man aber widerspricht, wird man keine finden, und wenn es jemanden in der Familie gibt, der Arbeit hat, wird er sie verlieren. Sie benutzen Arbeit als Druckmittel.

Marokko behauptet, die Westsahara sei Teil des eigenen Territoriums. Aber es behandelt sie wie eine Kolonie …

Genau, wie eine Kolonie.

Man liest immer wieder, dass es in der Westsahara Festivals gibt, Kongresse.

Das ist für das Image – und für uns eine Gelegenheit zu protestieren. Wenn es aber um Kulturprogramme und dergleichen geht, versuchen sie, unsere Identität zu verändern. Sie denken, nach ein paar Generationen werden die Sahrauis verschwunden sein. Sie studieren mit Marokkanern, schauen marokkanisches Fernsehen, feiern marokkanische Feste …

In Marokko waren einmal Sender wie Al-Dschasira beliebt, aber kein marokkanisches Fernsehen …

Früher gab es Sender, denen man vertrauen konnte. Heute kann man dem Fernsehen keinen Glauben mehr schenken. Aber wer Internet hat, kann die Wahrheit herausfinden. Es gibt Webseiten aus Marokko, über die man erfahren kann, was wirklich vor sich geht.

Welche Seiten meinen Sie?

Etwa auf Facebook. Sie werden unter Pseudonym betrieben, da viele wegen ihrer Einträge verhaftet wurden.

Wie beurteilen Sie denn die Situation in Marokko allgemein?

Ich habe zahlreiche marokkanische Freunde, und wir sprechen viel über die Proteste, die gegenwärtig in Marokko stattfinden. Wie im Rif, in Al Hoceïma. Die Marokkaner sind aufgebracht über das ganze System, das Regime. Die Situation gleicht einem Desaster, und es ist die Monarchie, die dafür verantwortlich ist. Jedesmal, wenn es Proteste gibt, denke ich, sie werden endlich aufstehen, es wird eine Explosion geben. In Al Hoceïma begann es auch mit sozialen Forderungen. Sobald man aber die Frage nach dem Königtum aufwirft, wird man verhaftet, verurteilt, es wird Furcht gesät, es gibt Folter.

Wenn es endlich zu dem Referendum kommt, ja nehmen wir an, selbst Marokkaner dürften über diese Frage abstimmen: Gibt es irgendeinen Grund, sich für die Monarchie zu entscheiden?

Nein, und genau davor hat Marokko Angst. Die Sahrauis machen den Marokkanern Mut. Normalerweise wagen sie nicht, aufzubegehren, aber wenn sie merken, dass wir uns nicht mit der Situation abfinden, dann beginnen sie selbst Forderungen zu stellen. Wir sind eine Stimme, auf die man zählen kann. Denn das ist, was wir glauben: Wenn die Sahrauis ihre Unabhängigkeit erlangen, werden auch die Marokkaner ihre Freiheit erhalten. Der Diktator ist uns gemeinsam. Es ist die gleiche Herrschaft, unter der wir leiden.

Laila Fakhouri, geboren 1994 in Goulimine/­Marokko, wurde am 10. Dezember mit dem ­Menschenrechtspreis der Stadt ­Weimar ausgezeichnet.

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