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Aus: Ausgabe vom 24.12.2019, Seite 1 / Titel
Jahresende

In den Sack hauen

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In der dunkelsten Zeit des Jahres auch noch alle Bestandteile seiner Familie zu treffen, kann eine schwere Prüfung sein. Manch einer wird sich vorbereitet haben mit einer speziellen Schulung in gewaltfreier Kommunikation, doch am Ende steckt der Teufel in jedem Detail. Und im gesellschaftlichen Ganzen. Das Heilige ist entweiht, das Ständische verdampft und die Beziehungen zu den anderen am glitzernden Baum mit nüchternen Augen anzusehen, ist für viele kaum auszuhalten – da muss man überhaupt nicht persönlich werden!

Wer die Inszenierung eines Kommerzspektakels für die lieben Kleinen unter den gegebenen Umständen für einen Ausweg hält, hätte die Gnade der Christenheit wohl verdient. Unsere Hoffnung liegt eher auf denen, die immer zuwenig kriegen oder zuviel vom Falschen. Die das auch wissen. Oder zumindest ahnen, dass nur jene ­einander nüchtern in die Augen gucken können, die für Bedingungen kämpfen, unter denen das allen möglich wird. Eigentlich sind das die allermeisten. Sie werden schon noch drauf kommen. (jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Klaus P. Jaworek, Büchenbach: Ohne Hoppenstedts Ein Weihnachten ohne »Weihnachten bei Hoppenstedts«, Fernsehfilm von und mit Loriot, ist einfach kein »richtiges« Weihnachten mehr! Der (Schein-)Heiligabend ist zu einer reinen Phrasendrescherei mit »...