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Aus: Ausgabe vom 16.12.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Fidels Gespenst

Kuba | Arte-Mediathek
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Wie schön ist es doch auf Kuba – dank der Revolution blieb die Natur von den Verwüstungen des Kapitalismus verschont

Wie schön ist es doch auf Kuba. Gleich mehrere Dokumentationen auf Arte zeigten in den letzten Tagen die Naturwunder der Insel, von denen man erfährt, dass sie aufgrund von Jahrzehnten des Embargos und der Isolation erhalten geblieben seien. Da hatte der Kalte Krieg anscheinend auch seine guten Seiten. Aber haben Fauna und Flora wirklich nur deswegen überlebt, weil sich Washington nun einmal entschieden hat, Havanna wirtschaftlich in die Knie zu zwingen? Oder lag es vielleicht auch an der Politik in dem sozialistischen Land? Der galt dann noch mal die Doku »Kuba im globalen Spiel«, die sich in einer Mischung von Faszination und Abscheu an Fidel Castro abarbeitet, der einerseits als »große Gestalt des 20. Jahrhunderts« und Idol einer ganzen Generation porträtiert wird, andererseits als fieser Intrigant. Am Ende steht der schöne Satz, dass das »Gespenst der Kubanischen Revolution« auch nach dem Tod Castros nicht zu verschwinden bereit sei. Warum dies so ist, bleibt natürlich unbeantwortet. (jt)

Debatte

  • Beitrag von Josie M. aus J. (15. Dezember 2019 um 23:16 Uhr)
    »Ihr Lieben«,

    was mich an Euren Kommentaren zu den Arte-Senungen über Kuba ärgert, ist, dass keinem von Euch aufgefallen zu sein scheint – selbst Volker Hermsdorf nicht –, wie sie das Thema der »Cuban Five« behandelt haben.

    Dass sie es überhaupt aufgegriffen haben, grenzte zwar schon an ein Wunder, aber sie haben dem Zuschauer unterschlagen, dass Kuba 1999 3.478 Tote und 2.099 Schwerverletzte vor der UN-Spionageabwehrkommission belegen konnte, und zwar aufgrund von Terroranschlägen, die maßgeblich von Exilkubanern in Südflorida ausgingen, dass das »Red Avispa«, dem die »Fünf« angehörten, ebenso nachweislich über 170 Anschläge verhindern konnte, weil es deren Pläne aufgespürt und an die kubanischen Behörden weitergeleitet hatte.

    Und der eigentliche Held ihrer Darstellung schien José Basulto von »Hermanos al Rescate« bzw. »Brothers to the Rescue« gewesen zu sein, der den »umstrittenen« Zwischenfall mit den beiden abgeschossenen Kleinflugzeugen im kubanischen Luftraum provoziert hatte, wonach die Clinton-Administration das »Helms-Burton-Gesetz« in Kraft treten ließ, worunter die kubanische Wirtschaft bekanntlich mehr denn je zu leiden hat.

    Alles schon vergessen?

    Josie Michel-Brüning, ehemals Mitglied von »Basta ya«.

    Wohlgemerkt, ich wohne seit über einem Jahr in Wolfsburg und nicht mehr in »J.«

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