Zum Inhalt der Seite
Kino

Tödliche Mauer

In einem Schreiben an den iranischen Justizchef Ali Raeissi protestierten am Samstag über 200 Filmemacher, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler im Iran gegen Zensur, Diskriminierung, Unterdrückung und Inhaftierung unabhängiger Filmemacher durch staatliche Behörden. »Die Zensur und der lang dauernde Prozess für die behördlichen Genehmigungen (der Filme) werden für uns zu einer tödlichen Mauer, sie gefährden unsere Profession und Existenz«, heißt es laut Nachrichtenagentur Ilna in dem Schreiben. Viele regimefreundliche Filme erhielten staatliche Finanzhilfen, kritische Filmemacher indes würden zu Freiheitsstrafen verurteilt oder erhielten Arbeits- und Ausreiseverbote. Hintergrund der Protestwelle ist der verbotene Film »Chaneh’e Pedari« von Kianusch Ajari. Der gesellschaftskritische Film aus dem Jahr 2000 erhielt letzten Monat endlich die Erlaubnis für eine öffentliche Aufführung, wurde aber nach nur fünf Tagen wieder verboten – angeblich wegen einiger Gewaltszenen. Die Begründung wurde in Filmkreisen als absurd zurückgewiesen. Das Verbot sei politisch und richte sich gegen den regimekritischen Filmemacher. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 04.11.2019, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!